Joachim Hoell

Oskar Lafontaine

Eine Biografie
Cover: Oskar Lafontaine
Dirk Lehrach Verlag, Braunschweig 2004
ISBN 9783980615181
Gebunden, 225 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Oskar Lafontaine, 1943 in Saarlouis geboren, politische Ausnahmeerscheinung mit Bilderbuchkarriere: 1976 Oberbürgermeister von Saarbrücken, 1985 Ministerpräsident des Saarlandes, 1990 Kanzlerkandidat, 1995 SPD-Parteivorsitzender, 1998 Bundesfinanzminister. Im März 1999 tritt er überraschend von allen Ämtern zurück. Mit der Frechheit und Energie des Kindes aus kleinen Verhältnissen katapultiert Oskar Lafontaine sich nach oben, mit politischem Instinkt und ausgeprägtem Machtwillen etabliert er sich schnell an der Spitze. Mehrere Jahrzehnte lang gehen von ihm starke Impulse auf die deutsche Politik aus: Intellektueller Vordenker und Vorreiter, politisches Talent und Temperament, selbstgerechter Macher und Machthaber, streitlustiger Querdenker und Querschläger - Provokation und Politik sind für ihn kein Widerspruch, sondern seine Kraftquelle.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2005

Joachim Hoells Biographie von Oskar Lafontaine überzeugen Florian Sendtner durch Kompetenz und Sachlichkeit. Obwohl der Autor sein Manuskript von Lafontaine durchsehen lassen hat, muss man keine "unkritische Hymne" fürchten, stellt der Rezensent erfreut fest. Seine "klassisch-gediegene" Lebensbeschreibung lässt zwar durchaus Sympathie für seinen Protagonisten erkennen, verschweigt aber auch nicht die "dunklen Kapitel" in Lafontaines politischer Karriere, lobt Sendtner. Hoell beschreibet Lafontaines Leben "sachkundig und ohne Schlagseite" mit genauer Kenntnis der Daten und Fakten, wobei er die "Zerrbilder", die von dem Politiker häufig in der Öffentlichkeit kursieren, "entlarvt".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.10.2004

Joachim Hoells "auch stilistisch glänzendes Buchs" hat Rezensent Markus Joch den gegenwärtig viel gescholtenen Oskar Lafontaine durchaus näher gebracht. Was Lafontaine antreibt, sieht Joch nun viel deutlicher. Er attestiert Hoell eine "nüchterne Sicht" auf Lafontaine. Neben seinen positiven Seiten wie seinen Sinn für Solidarität, die Abneigung gegen jeden Nationalismus oder seine Courage verschweige Hoell auch die "weniger feierlichen Seiten" des "opportunistischen Demagogen" (Helmut Schmidt) nicht, etwa dessen Hang zur Selbstbeweihräucherung, seine Beamtenschelte oder seine Stimmungsmache gegen Spätaussiedler. Neben detaillierten Einblicken in Bedingungen saarländischer Innenpolitik findet Joch insbesondere Hoells Grundlinie überzeugend, "über den Selbstinszenierungen einer bekennenden Berühmtheit nicht die Risikobereitschaft zu vergessen." So zeuge es von Courage als Landtagsneuling das gesamte CDU/FDP-Kabinett der Korruption zu bezichtigen, später einem SPD-Kanzler grundfalsche Verteidigungspolitik vorzuhalten, und den Gewerkschaften eine Arbeitszeitverkürzung ohne vollen Lohnausgleich vorzuschlagen, dem Neoliberalismus aber hartnäckig die Stirn zu bieten.

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