Die anderen Soldaten - das waren all jene, die die Wehrmacht zunächst nicht haben wollte, die den Nationalsozialisten als "wehrunwürdig" galten. Viele von ihnen waren Widerstandskämpfer, im Zuchthaus oder im Konzentrationslager eingesperrt. Doch Hitlers Heerführer brauchten immer mehr Soldaten, und so wurden die Regimegegner ab 1942 gezwungen, die Uniform des verhassten Nazistaates zu tragen und in den Krieg zu ziehen. Den Kampf gegen die Nazis gaben sie dennoch nicht auf. Joachim Käppner erzählt die Geschichte von Menschen, die sich dem Bösen widersetzten - und zu Unrecht vergessen sind.
Rezensent Otto Langels schätzt den Verdienst von Joachim Käppners Sachbuch. Darin geht der Historiker der "Strafdivision 999" nach, in die 1942 unter Hitler als Regimegegner verurteilte Häftlinge gesteckt wurden, nachdem die deutsche Wehrmacht Verluste erlitten hatte. Dabei erfährt Langels von Käppner, dass der Plan der Zwangssoldaten, geschlossen zum Gegner überzulaufen, durch die strategische Verteilung der Soldaten in verschiedene Einheiten scheiterte; einzelnen gelang jedoch der Wechsel, und andere halfen Zivilisten, indem sie sie vor Razzien warnten, so Langels. Schockiert liest er, dass diese Verdienste von den Alliierten nach Kriegsende nicht anerkannt wurden. Bis heute würden sie nicht als Verfolgte des NS-Regimes gelten. Nur gut, dass Käppners "beachtenswerte Darstellung" dem entgegenwirkt, schließt der Kritiker.
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