Wir Ostpreußen
Eine ganz gewöhnliche deutsche Familiengeschichte

dtv, München 2025
ISBN
9783423284707
Gebunden, 288 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Der detaillierte Fluchtbericht seiner Großmutter ist Ausgangspunkt für Jochen Buchsteiners Buch über Ostpreußen. Persönlich aber unsentimental verfolgt er den Weg der Gutsbesitzerfamilie in den Westen und spürt dabei dem Verlust nach, der nicht nur den Betroffenen entstanden ist. Es entsteht ein Porträt der fast vergessenen deutschen Provinz, die in ihrer Tragik, aber auch in ihrer historischen und kulturellen Einzigartigkeit sichtbar wird - als verdrängter Teil unserer nationalen Identität.
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Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.12.2025
Für Rezensentin Tatjana Coerschulte trifft Jochen Buchsteiner mit seiner persönlich grundierten Geschichte Ostpreußens und des großen Trecks nach Westen einen Nerv. Der Mix aus Zeitzeugenbericht (Buchsteiner befragt seine Großmutter), historischen Fakten und eigenen Einschätzungen überzeugt die Rezensentin und hält sie bei der Stange. Unterhaltsam und lehrreich findet Coerschulte das Buch auch, weil die Komposition und die Sprache klar genug sind und der Autor auf "Selbstbespiegelungen" und Sentimentalitäten verzichtet. So liest sie Wissenswertes über Hintergründe Ostpreußens, über Feudalstrukturen und Kriegsverbrechen und daneben Amüsantes von Buchsteiners eigenen Reisen in die ehemalige Provinz.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.08.2025
Rezensent Arno Orzesssek möchte mit Jochen Buchsteiner gerne das Phantom und den Mythos Ostpreußen vertreiben bzw. zur Realität umdenken. Buchsteiners am Fluchttagebuch seiner Großmutter entlang erzählte Geschichte ist laut Rezensent viel mehr als Familiengeschichte, nämlich Weltgeschichte, Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur, dazu toll komponiert, manchmal apodiktisch, aber auch selbstironisch, wie der Rezensent beteuert. Unterlegt ist das mit historischer Expertise von Andreas Kossert und Heinrich August Winkler, doch immer "kraftvoll" und auf dem neuesten Stand, schließt Orzessek.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 11.06.2025
Einen "spannenden Bestseller" legt Jochen Buchsteiner hier vor, freut sich Rezensent Thomas Kielinger. Aufhänger sind Notate der Großmutter des Autors, die über ihre ostpreußisches Familienleben schrieb. Ausgehend davon erzählt Buchsteiner die Fluchtgeschichte seiner Großmutter, die beim Anrücken der Roten Armee einen Treck organisierte - eine schreckensvolle Reise, die viele nicht überlebten. Kielinger schätzt, wie Buchsteiner mit journalistischer Genauigkeit, aber auch dem Interesse des Historikers und dem Überblick des Essayisten die Geschichte Ostpreußens im europäischen Kontext auffächert, dabei aber zahlreiche Details und Dokumente persönlicher Erfahrung einfließen lässt. Auch die Frage, warum gerade in Ostpreußen die Hitler-Begeisterung besonders groß war, spart Buchsteiner natürlich nicht aus, beschönigt wird hier nichts. So gelingt dem Autor eine Liebeserklärung an die Heimat seiner Familie, die die dunklen Seite nicht auslässt und dabei, so der begeisterte Kritiker, "Geschicht aufleben" lässt. Ein "Glücksfall"!