Die schweren Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs prägen städtische Identitäten bis in unsere Gegenwart. Wie erinnern deutsche und europäische Städte an diese beispiellose Zäsur in ihrer Geschichte? Welche Rolle spielten der Kalte Krieg und die Friedensbewegung für den Umgang mit dem Luftkrieg? Der Band untersucht die Konjunkturen der Erinnerung und die bis heute fortwährenden Konflikte um das "richtige Gedenken" in Europa.
Hervorragend findet Dorion Weickmann dieses Brevier über erinnerungspolitische Aspekte des Luftkrieges im Zweiten Weltkrieg. Besonders die Frage der Anpassung von Erinnerung an den Zeitgeist, die immer wieder neue Erfindung der Vergangenheit durch die Gegenwart findet die Kritikerin sehr inspirierend. Aber sie vermerkt auch, dass der Luftkrieg entgegen immer wieder kursierenden Gerüchten stets ein öffentliches Thema gewesen sei, und zwar europaweit. Wobei sich die jeweilige Verstrickung der Länder in das NS-System auch erinnerungspolitisch niedergeschlagen habe, wie Weickmann dem Reader entnehmen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.04.2010
In diesem Sammelband geht es um die Erinnerung an den Luftkrieg als einem europäischen Phänomen. Dass die drei Herausgeber schnell von einer gesamteuropäischen Perspektive abrücken, anhand der Untersuchung einzelner Länder und Städte (Belgrad, Lidice, Rotterdam...) Unterschiede ausmachen, und schließlich zu gemeinsamen Deutungsmustern, wie der Idee von Neuanfang, gelangen, die im einzelnen allerdings wiederum geprägt sind von nationalen, politischen und generationellen Besonderheiten, leuchtet Jörg Später ein. Wenn die Autoren also die Bewegung der Suche nach einer europäischen Erinnnerung an den Luftkrieg in den Vordergrund rücken, scheint das Später der richtige Ansatz zu sein.
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