Mit 44 zum Teil farbigen Abbildungen. Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen im digitalen Raum: Reflexionen, Experimente und Erfahrungen von Gedenkstätten.Welche Chancen und Herausforderungen bieten digitale Transformationsprozesse für die Gedenkstättenarbeit im 21. Jahrhundert? Im vorliegenden Heft werden Fragen, Ansätze und Konzepte dazu vorgestellt. Damit soll ein Beitrag zur aktiven Gestaltung der neuen Hybridität geleistet werden, die aus dem Zusammenwirken von Gedenkstätten an historischen Tatorten des Nationalsozialismus und den digitalen Welten entsteht. Diskutiert werden sowohl Rahmenbedingungen des digitalen Transformationsprozesses im Zusammenspiel von digitalen Medien und historischem Lernen als auch Repräsentationen des Holocausts in VR- und Computerspielwelten. Zudem stellt das Heft konkrete Anwendungsbeispiele aus dem Bereich der Gedenkstätten vor, etwa Crowdsourcing-Kampagnen und verschiedenste interaktive Elemente in Ausstellungen. Von einer (Un-)Angemessenheit von "Selfies" bis hin zur Entwicklung eines partizipativen Gedächtnisses werden die Möglichkeiten von Social Media gerade im Bildungsbereich thematisiert. Mit Beiträgen von Henning Borggräfe, Tobias Ebbrecht-Hartmann, Karola Fings, Swenja Granzow-Rauwald, Christian Günther, Natascha Höhn, Steffi de Jong, Juhi Kulshrestha, Thomas Lutz, Mykola Makhortykh, Alexandra Reuter, Jan Schenck, Pia Schlechter, Martina Staats, Roberto Ulloa, Aleksandra Urman und Felix Zimmermann.
Rezensent Michael Kuhlmann nimmt dieses Buch zur Hand, um die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Erinnerungskultur besser einschätzen zu können. Es werden hier viele Beispiele genannt, wie Erinnerungsstätten schon jetzt digital arbeiten: Das Archiv über die Opfer von NS-Verbrechen in Bad Arolsen hat via Crowdsourcing-Kampagne mit tausenden Freiwilligen Millionen Dokumente digitalisiert oder Virtuelle Realitäten erschaffen, in denen KZ-Opfer den Besuchern über ihr Leiden berichten, resümiert Kuhlmann. Dabei gelinge es den Autoren darzustellen, dass es sich hier um "keine vergangenen Realitäten" handelt, sondern diese Projekte der besseren Erinnerung dienen. Letztendlich ist Kuhlmann fasziniert von den Möglichkeiten des "Digital Memory", allerdings mit der Einschränkung, dass dieses viel Personal benötigt - das die Gedenkstätten auf absehbare Zeit nicht haben werden.
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