Das entscheidende Kriegstheater des Ersten Weltkriegs - heute noch in vielen Nationen als der Große Krieg erinnert - war die Westfront. Hier begann er im Jahre 1914 und hier endete er 1918. So war dieser Große Krieg in vieler Hinsicht ein deutsch-französischer Krieg. An der Marne und vor Verdun kämpften fast ausschließlich deutsche und französische Soldaten. Und sicherlich wäre dieser Krieg in dem Moment zu Ende gewesen, wo eine dieser beiden hauptbeteiligten Nationen aufgegeben hätte. Ein deutscher und ein französischer Historiker, die seit vielen Jahren in wissenschaftlichen Projekten zusammenarbeiten, insbesondere im Forschungszentrum des Museums Historial de la Grande guerre in Peronne an der Somme, haben nun gemeinsam eine Gesamtdarstellung des Ersten Weltkriegs aus deutscher und französischer Sicht verfasst. Diese behandelt die militärischen und politischen Entwicklungen genau so wie das tägliche Leben und Sterben an der Front und die Entbehrungen der Bevölkerungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2010
Die Mythen der Geschichtswissenschaft betreffend das deutsch-französische Verhältnis zu korrigieren, hat Dominik Geppert ein neues Mittel gefunden. Der vorliegende Band der beiden Kriegsforscher am Forschungszentrum in Peronne, Jean-Jacques Becker und Gerd Krumeich, klärt anhand politischer, militärischer und kultureller Entwicklungen seit und vor 1914 auf über die Besonderheiten der deutschen wie der französischen Öffentlichkeit, über beider Kriegskulturen und die mentalen Folgen des Ersten Weltkriegs. Geppert erfährt etwa, dass der Revanchismus und der Nationalismus der Franzosen auf deutscher Seite überschätzt wurde und wie verbreitet der Militarismus in Deutschland war. Die vorgetragenen Indizien findet Geppert allerdings mitunter zweifelhaft, weil nicht sonderlich repräsentativ. Entschädigt wird er durch plausible Ausführungen zu den unterschiedlichen Kriegs- und Kriegsgedenkkulturen. Insgesamt aber entsteht bei ihm der Eindruck, dass der Erste Weltkrieg aller hier aufgezeigten Verbindungen zum Trotz als deutsch-französischer Konflikt nicht hinreichend charakterisiert ist. Geppert erinnert an die Briten, die in Flandern starben und die jüngst verstärkt erforschte Ostfront.
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