Der "Staat der Vatikanstadt" ist der kleinste Staat der Welt und verfügt doch über alle Elemente eines souveränen Staatswesens: Verfassung, Staatsvolk, Armee, Territorium, Währung und diplomatische Vertretungen. Staatsoberhaupt ist der Papst, der zugleich Oberhaupt der katholischen Kirche ist. Jörg Ernesti beschreibt, wie nach dem Untergang des einst mächtigen mittelalterlichen Kirchenstaates der winzige Staat 1929 von Mussolinis Gnaden gegründet wurde, wie Verfassung und Regierung funktionieren und wie im Vatikan politische Macht, religiöses Charisma, Kunst und Geschichte eine einzigartige, faszinierende Mischung eingehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2025
Mehr versprochen hatte sich Rezensent Thomas Jansen von Jörg Ernestis Buch über den Vatikan. Denn der ist ja, legt Jansen anhand der Lektüre dar, ein durchaus eigenartiges Gebilde, ein eigener Staat, der nur ein paar Dutzend Fußballfelder groß ist und dessen Zweck einzig darin besteht, die Unabhängigkeit des Heiligen Stuhls zu sichern, unter anderem mithilfe der Schweizergarde. Ernesti stellt zwar die Geschichte des Kirchenstaats, aus dem der Vatikan hervorging, gut dar, lobt Jansen, aber wenn das Buch näher an die Gegenwart heranrückt, übernimmt es zu sehr die offizielle Geschichtsdarstellung der Kirche, etwa wenn die Rolle Pius XII. während der Nazizeit verharmlost wird. Außerdem hätte Jansen gern mehr über den Alltag im Vatikanstaat erfahren, zum Beispiel was die einzige Tankstelle oder auch die Gefängniszellen in diesem Miniland angeht. Nicht zuletzt, ärgert er sich, kommen die vielen Vatikan-Skandale zu kurz in diesem Buch. Das Fazit, das der Rezensent zieht, lautet schlicht: Es braucht noch mehr und bessere Bücher übers Thema.
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