Papst Franziskus

Hoffe

Die Autobiografie
Cover: Hoffe
Kösel Verlag, München 2025
ISBN 9783466373536
Gebunden, 384 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Unter Mitarbeit von Carlo Musso. Aus dem Italienischen von Elisabeth Liebl. Jorge Mario Bergoglio ist kein gewöhnlicher Papst: Er ist der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri, der erste Lateinamerikaner, der erste Franziskus, der Erste, der umfassende Reformen im Vatikan verfolgt. Und er ist der erste Papst in der Geschichte, der eine Autobiografie zu seinen Lebzeiten vorlegt. Eigentlich hätte dieses außerordentliche Lebenszeugnis erst nach seinem Tod veröffentlicht werden sollen, aber Papst Franziskus hat sich angesichts der Erfordernisse unserer Zeit und aufgrund des Heiligen Jahres 2025 dazu entschlossen, den Einblick in sein Leben schon jetzt zugänglich zu machen. Denn seine Biografie, seine Erlebnisse spiegeln in unvergleichlicher Weise sein Vermächtnis wider, das er uns allen, dir und mir, und trotz aller Widrigkeiten zuruft: Hoffe! Das Buch erzählt chronologisch und in Franziskus´ persönlichem Stil seine gesamte Lebensgeschichte, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinen italienischen Wurzeln beginnt. Es erzählt von der abenteuerlichen Geschichte der Auswanderung seiner Vorfahren nach Lateinamerika, seiner Kindheit dort und den Turbulenzen seiner Jugendjahre. Es berichtet von seiner Berufung und seiner Reifezeit ebenso wie von seinem Pontifikat und der Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.01.2025

Rezensent Dominik Straub liest Papst Franziskus' Autobiografie als dessen persönliches Vermächtnis. Anekdotenreich erzählt Franziskus von seiner Familiengeschichte, geprägt von einfachen Anfängen in Buenos Aires. Auch seine Liebe zu einem Mädchen in jüngeren Jahren und seine Fußball-Leidenschaft kommen darin vor, bemerkt der Kritiker. Im zweiten Teil behandelt Franziskus zentrale Anliegen: Menschlichkeit gegenüber Migranten, Umwelt- und Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und die Kritik am Klerikalismus und Konservatismus, lesen wir. Humor und Selbstironie, die Franziskus als den "Hefeteig der menschlichen Existenz" versteht, ziehen sich durch das Werk, schmunzelt Straub. Einen Rücktritt erwägt der Papst nicht, erfahren wir. Straub würdigt die Memoiren als Vermächtnis und zeitgemäße Botschaft des ersten außereuropäischen Papstes.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.01.2025

Rezensentin Luzi Bernet liest die zusammen mit Carlo Musso verfasste Autobiografie von Papst Franziskus mit Interesse vor allem für den ersten Teil des Buches, in dem der Pontifex von der Auswanderung seiner Vorfahren nach Argentinien und seinem Leben unter Migranten berichtet. Mit Amüsement erfährt Bernet von Franziskus' Überraschung über die Wahl zum Papst. Auch wenn das Buch nur wenig Neues enthält und der zweite Teil mit seinen Antworten auf aktuelle Krisen und Kriegen etwas "drangehängt" wirkt, wie Bernet einräumt, findet sie den Band als Vermächtnis des hochbetagten Papstes durchaus passabel.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.01.2025

Insgesamt positiv bespricht Rezensent Hilmar Klute Papst Franziskus' Lebenserinnerungen. Es ist doch schön, findet er, wenn derartige autobiografische Großprojekte - als Negativbeispiele bringt Klute Merkel und Steinmeier ins Spiel - für einmal nicht kleingeistig moralisieren, sondern der Hoffnung und auch dem Humor das Wort reden. Im Stil südamerikanischer Romanautoren, also sehr bildhaft erzählt Franziskus, bürgerlich Jorge Mario Bergoglio, von seinem Leben und setzt sogar noch vor der eigenen Geburt an, erfahren wir: Seine Eltern wären um ein Haar Opfer eines Schiffsunglücks geworden. Der Pabst berichtet von eher kleinen eigenen Sünden berichtet, die sich stets in Wohlgefallen auflösen und schildert außerdem seine Liebe für neorealistisches Kino und Literaturklassiker, sowie seine Prägung durch linken politischen Aktivismus in seinen jungen Jahren; auch Jorge Luis Borges hat einen Auftritt im Buch. Kritisch merkt Klute an, dass Franziskus nicht allzu genau auf Orlando Yorio und Franz Jálics eingeht, zwei Jesuitenpater, die in den 1970er Jahren von Militärs gefoltert wurden - manche kritisieren die Rolle des heutigen Papstes in dieser Angelegenheit. In der zweiten Hälfte des Buches entfernt sich der Papst von seinem eigenen Leben und legt seine eigene Heilsphilosophie, die teils schon etwas nah an Armutsidealisierung ist, findet Klute, der außerdem anmerkt, dass Franziskus sich etwa mit Blick auf den Ukrainekrieg weigert, Ross und Reiter zu nennen. Dennoch kommt die Hoffnungsbotschaft des heiligen Vaters beim Rezensent im Großen und Ganzen gut an.

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