Mit einem Essay von Sonja Zekri. "Ich schwöre". So beginnt in fast allen Staaten dieser Welt der Eid bei der Vereidigung Ihrer Staatsdiener. Der Schwur auf die Verfassung und die Überprüfung an der Wirklichkeit, wie weit sich Bürger auf den so garantierten sicheren Rahmen verlassen können, bleiben eine kontinuierliche Aufgabe. Dabei sind die freie Presse und die Künste die vierte Kraft, die helfen diese Aufgabe zu erfüllen. Aber was ist "der Staat"? Seine Bürger wäre eine mögliche Antwort. Seine Staatsdiener wäre eine weitere. Versteht man "Staat" als Organisationsform wird er ein theoretisches Konstrukt. In demokratische Staaten gilt die Gewaltenteilung als eine der zentralen Grundlagen; die Trennung von Legislative, Exekutive und Judikative. Sie sollen unabhängig voneinander agieren und so für ein ausbalanciertes und sich gegenseitig kontrollierendes Machtgefüge sorgen. Wie gibt man diesem abstrakten Demokratiebegriff ein Bild? Kann man Gewaltenteilung visualisieren? Mit seinen Bildern von und über BürgermeisterInnen, RichterInnen, PolizistInnen und BürgerInnen unternimmt Jörg Gläscher einen Realitätscheck des Zustandes der Demokratien dieser Welt - Demokratien, die sich zunehmend in Frage gestellt sehen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.08.2022
Rezensent Frank Dietschreit findet die Fotografien, die Jörg Gläscher über Jahre hinweg von Staatsdienern auf der ganzen Welt gemacht hat, eindrücklich und anregend. Weil der Band außer einem Laufzettel mit Ort und Zeit der jeweiligen Aufnahme keine Informationen zu den abgebildeten Personen, Richtern, Bürgermeisterinnen, Polizisten, Grenzschützern etc. enthält, muss sich der Rezensent seinen eigenen Reim machen. Dietschreit imaginiert den Stolz, das Gefühl der Macht, aber auch der Ohnmacht und gar der Angst bei den Abgebildeten. Erstaunt ist er über all das Papier, die Massen an Aktenordnern und das gelegentliche Chaos in den zu sehenden Amtsstuben.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Ingo Schulze: Das Wasser im August Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…