Johan Huizinga (1872-1945), Autor von "Mensch und Masse in Amerika" und
"Herbst des Mittelalters", den kultur- und zeitkritischen Schriften "Im
Schatten von morgen" und "Verratene Welt" sowie dem Referenztext aller
modernen Spieltheorien, "Homo Ludens", wird in seinen Briefen auf
vielfältige Weise sichtbar: als Persönlichkeit und als Knotenpunkt eines
internationalen intellektuellen Netzwerks in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts. In diesem Netzwerk begegnen sich bekannte und weniger
bekannte, aber einflussreiche Wegbegleiter Huizingas: von Henri Pirenne
bis Bronislaw Malinowski, von Menno ter Braak bis Fritz Saxl, von P.S.
Allen bis Jaap Kunst, von Richard Koebner bis George Sarton, um nur
wenige zu nennen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2018
Für den Rezensenten Matthias Kross sind die Briefe des Kulturhistorikers Johan Huizinga lesenswert wegen des darin zutage tretenden selbstverständlichen geistigen und menschlichen Europäertums des Autors. Neben dem Protokoll des Aufstiegs Huizingas zum geachteten Akademiker bietet ihm die Korrespondenz Einblick in das Selbstverständnis eines klassischen europäischen Intellektuellen am Anfang des 20. Jahrhunderts, vernetzt und umfassend gebildet. Die ebenfalls im Band enthaltenen Liebesbriefe verraten Vaterstolz und die Gefühle eines "überschwänglichen" Liebhabers, so Kross. Über Huizingas Buchprojekte erfährt der Rezensent dagegen wenig.
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