Friedo Lampe gehört zu den bemerkenswerten deutschen Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Als Verfasser magisch realistischer Werke, als Rezensent, als Herausgeber, als Volksbibliothekar und zumal als Lektor namhafter Verlage und Schriftsteller wie Hans Fallada. Der auffallend innovative Autor avancierte posthum zu einem der Anreger der (west-)deutschen Nachkriegsliteratur. Sein von den Nazis verbotener Roman "Am Rande der Nacht" etwa sprengte in seiner avantgardistischen Erzählform die traditionellen Kriterien der Ästhetik und ermöglichte so in der literarischen Produktion der Nachkriegszeit den Anschluss sowohl an die Zeit vor 1933 als auch nach 1945. Lampes Schriften - Kurzromane, Erzählungen und Gedichte - und jüngst seine "Briefe und Zeugnisse" wurden bereits kritisch neu und komplett herausgegeben. Johann-Günther König erzählt nun den Lebensweg des künstlerisch und privat unter Beobachtung stehenden Autors - durch das Kaiserreich, die Weimarer Republik und das Dritte Reich.
Rezensent Tilman Krause hofft inständig, dass diese Biografie Friedo Lampe endlich das posthume Renommee einbringt, das der 1945 ermordete Schriftsteller seiner Meinung nach verdient. Der Kritiker hält Lampe für den Chronisten der "großen Nacht der Homosexualität", denn in seinem ersten Roman hat der Autor dem Rezensenten zufolge in allen Farben beschrieben, wie der homosexuelle Eros nachts in den Parks der Großstädte ausgelebt wurde. Eine mutige poetische Leistung, die seinem Buch ein Verbot durch die Nazis einbrachte und die Krause zufolge neugierig machen sollte auf den Menschen dahinter, den man jetzt dank König entdecken könne.
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