Johann Nestroy

Johann Nestroy: Sämtliche Briefe

Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe
Cover: Johann Nestroy: Sämtliche Briefe
Deuticke Verlag, 58 2005
ISBN 9783216307422
Gebunden, 432 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Mit der neuen, umfassenden Briefedition erfährt die historisch-kritische Nestroy-Ausgabe ihren vorläufigen Abschluss. In den nächsten zwei Jahren werden noch je ein Nachtrags- und ein Dokumentationsband folgen. Die Briefedition enthält gegenüber der letzten Ausgabe aus den siebziger Jahren nicht nur 37 zusätzliche Nestroy-Briefe bzw. Briefnachweise, sondern auch sämtliche Briefe an Nestroy, die Briefe seiner Lebensgefährtin Marie Weiler sowie die von Nestroys Vater an seinen jüngeren Sohn Ferdinand, versehen mit einem ausführlichen wissenschaftlichen Kommentar und Erläuterungen des Herausgebers.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2005

Unter den 230 erhaltenen Briefen von Johann Nestroy interessieren Paul Jandl vor allem jene, in denen Nestroy sein Werk gegen Zensur und Kritiker verteidigt. Hier entpuppe sich Nestroy als "Meister des Invektiven", der Feinde ohne Skrupel als "Wäschepintscher" bezeichnet oder ironisch verlangt, man möge doch Sitzplätze für die armen Zensurbeamten einrichten. Vom Privatmann erfährt man weniger, die meisten intimen Schriftstücke hat er vernichtet. Nur in einigen Briefen an den engen Freund Ernst Stainhauser spricht Nestroy über seine Affären, sein "Ingenium in Liebesdingen" ist aber doch immer wieder zu spüren. Einige der Stücke sind Zeitdokumente geworden, berichtet Jandl und nennt eine Kritik an der Zensur, die noch Spuren des Brandes des Wiener Justizpalastes von 1927 aufweist. Schließlich würdigt er noch kurz das "philologische Großunternehmen" der Nestroy-Gesamtausgabe, die mit diesem Band vorläufig abgeschlossen wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.06.2005

Die Ungereimtheiten im Charakter des österreichischen Dramatikers Johann Nestroys wird dieser Band mit sämtlichen Briefen nicht gänzlich aufklären können, meint Burkhard Müller. Denn Nestroy, zugleich großer Wohltäter und seiner Frau gegenüber notorisch untreu, Anhänger der alten Monarchie und Verfolgter der Zensur, tritt in seinen Briefen vor allen Dingen geschäftlich auf und war ohnehin kein besonders "fleißiger" Briefeschreiber, weshalb er als Privatmensch kaum zu greifen ist, erklärt der Rezensent. Die "sorgfältige und liebevolle Edition" der Briefe von Walter Obermaier lässt aber dennoch in den verschiedenen Fassungen einzelner Schreiben den "umsichtigen" Liebhaber oder scharfzüngigen "Spötter" Nestroy deutlich werden und belegt, dass Nestroy nicht einmal, wenn er wütend war, die "Phrase" bemühte, sondern sich "seine Schimpfwörter" genau "anschaut", so Müller fasziniert. Er findet es lobenswert, dass auch Briefe der Ehefrau Marie Weiler in dem Korrespondenzband aufgenommen wurden, die andernfalls lediglich im "ungerechten" Licht Nestroys erschienen wäre.

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