Von Hannes Leidinger, Verena Moritz und Berndt Schippler. Das Schwarzbuch der Habsburger ist keineswegs der Ruf nach billiger Denunziation, sondern der Aufruf, sich auf die faszinierende Suche nach einer überraschenden und spannenden Vielschichtigkeit zu machen. Es gibt einen allgemeinen Einblick in die Fehlentwicklungen eines Staates auf bestimmten Gebieten wie Krieg, Außenpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft, territoriale Expansion, innerer Widerstand. Untermauert wird der bisher ausgesparte beziehungsweise stark vernachlässigte Blick auf die Habsburger durch Betrachtungen einzelner Persönlichkeiten und Analysen zeitgenössischer Quellen. Dahinter steht der Wunsch anzuerkennen, dass es in der Geschichte kaum ein Entweder-oder, sondern meist ein Sowohl-als- auch gibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2003
Rezensent Martin Lhotzky findet es an der Zeit, dass mit den Geschichtsmythen um das Kaiserhaus Habsburg aufgeräumt wird. Trotz "zahlreicher Mängel" löse "Das Schwarzbuch der Habsburger" von Hannes Leidinger, Verena Moritz und Berndt Schippler diesen Anspruch ein, freut sich Lhotzky. Er kritisiert vor allem wissenschaftliche Unsauberkeiten. Die Terminologie sei schludrig, ein Register fehle vollkommen und die Literaturangaben der Fußnoten seien teilweise in der Bibliografie nicht mehr wiederzufinden. Inhaltlich bescheinigt der Rezensent dem Werk aber aufklärerische Qualitäten und nennt es einen "großen Zerstörer" lange unhinterfragter Ansichten. Den Autoren ist es gelungen die Vergangenheit "auf den Boden der historischen Tatsachen zurückzuführen und somit von verklärten und verklärenden Elementen zu entschleiern", resümiert Lhotzky und hofft, dass nach Lektüre dieses Werks, Geschichtsklischees zwischen "Walzerseligkeit und Kaiserkitsch" endgültig der Vergangenheit angehören.
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