Herausgegeben und kommentiert von Oliver Kemmann und Hermann Kurzke. Die revolutionäre Mainzer Republik fand bereits im Jahre ihres Aufbaus 1793 ein aufsehenerregendes Ende: Preußische Truppen legten große Teile der Stadt in Schutt und Asche. Der Untergang von Mainz entwickelte sich zum Medienereignis der Spitzenklasse - der Hochadel promenierte hinter den Verschanzungen, die Frankfurter Bürger machten Sonntagsausflüge, um die brennende Stadt zu sehen. Prominentester Zeitzeuge: Johann Wolfgang von Goethe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2008
Geradezu ins Schwärmen gerät Hans-Jürgen Schings über diesen von Oliver Kemmann und Hermann Kurzke herausgegebenen Bildband, der Goethes Bericht über die Belagerung von Mainz mit einem eindrucksvollen Bilderbogen auf Hochglanzseiten vereint. Er lobt die prächtige Aufmachung und Gestaltung des großformatigen Bands, die vorzügliche Anordnung von Text, Abbildungen und Kommentaren sowie das "kluge" Vorwort der Herausgeber. Die Belagerung des von den Franzosen besetzten Mainz durch preußische Truppen und die Zerstörung der Stadt gewinnt für durch die Verbindung von Goethes lebendiger Darstellung und der reichen Bebilderung des Bands an Anschaulichkeit und Konkretion. Goethe habe diesen Feldzug als eine der "unglücklichsten Unternehmungen" der Weltgeschichte begriffen, die sein Geschichtsverständnis nachhaltig erschüttern sollte. Die Bestürzung des Dichters über die Absurdität dieses Unternehmens wird für Schings in den oft hart und lakonisch formulierten Beschreibungen überdeutlich. Zu den stärksten Passagen zählt er die Beschreibung des Abzugs der Franzosen und die Flucht der Mainzer Jakobiner sowie die an Ernst Jünger erinnernde Schilderung des hautnah erlebten Kanonenfeuers und der Erfahrung des "Kanonenfiebers".
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