Aus dem Englischen von Ulrich Enderwitz. Heute stehen islamische Gelehrte vor der Frage "Modernisierung oder Verwestlichung?". Von der Möglichkeit eines eigenständigen Weges der Modernisierung hängt die Zukunft des Islam und seines Verhältnisses zu Westen ab. Lewis untersucht in seinen Vorlesungen das traumatische Verhältnis zwischen der muslimischen un der westlichen Welt. Einst eine politische Macht und eine Kultur, die ihren Nachbarn in fast jeder Hinsicht übrlegen war, befindet sich der Islam seit dem Ende des 17. Jahrhunderts auf dem Rückzug. Lewis geht den Leitfragen nach, die sich die muslimischen Reformer im Laufe der Geschichte angesichts dieses Problems stellten: der nach den eigenen Fehlern: "Was haben wir falsch gemacht?", der nach den Stärken des Gegners: "Was ist das Geheimnis des westlichen Erfolgs?"
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.11.2001
Der Rezensent Otto Kallscheuer berichtet über die Vorlesung am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen des bis zu seiner Emeritierung in Princeton lehrenden Briten Bernard Lewis. Dessen Name bürge zwar für Seriosität, seine zahlreichen Bücher über den Islam würden sowohl von Muslim-Brüdern wie auch vom israelischen Verteidigungsministerium publiziert. Aber, bedauert Kallscheuer, das vorliegende Bändchen des "Doyen des angloamerikanischen Orientalismus" sei kein Ersatz für seine zuvor erschienenen Standardwerke, sondern eine "geplauderte Kurzfassung". Die sei zwar besser als manch "orientalistische Dutzendware", aber für einen echten Lewis trotzdem enttäuschend. Lewis zitiert reichlich aus Reiseberichten moslemischer und christlicher Politiker, Diplomaten und Spezialisten, aber eine eigene Hypothese über die Ursachen einer halbierten oder gescheiterten Modernisierung des Islam hat Kallscheuer schmerzlich vermisst. Die hätte er dem Autor allerdings ob seiner ausgewiesenen Kenntnisse zugetraut.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.09.2001
Nicht viel Positives entdeckt Katajun Amirpur in Bernhard Lewis in Buchform erschienener Vorlesung über die Kultur und Modernisierung der islamischen Welt. Zunächst sucht die Rezensentin vergeblich nach innovativen Gedanken und Aussagen, die, wie sie findet, von einem wissenschaftlichen Vortrag durchaus zu erwarten seien. Leider stößt sie dabei eher auf überholte Klischees und zweifelhafte Theorien, so dass sie abschließend die Frage aufwirft, ob dieser Vortrag wirklich als Buch erscheinen musste.
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