Aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort von Iain Galbraith. Mit der doktrinären Enge einer katholischen Erziehung im Rücken schildert John Burnside in Apostasie [gr. apostasía: Wegtreten, Glaubensabfall] eine Hinwendung von religiöser zu irdischer Offenbarung und Selbsterkenntnis. Das erste Gedicht des Zyklus zitiert den Kolosserbrief, in dem der Paulus mahnt: "Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist." Doch scheint Burnside ausgerechnet letzteres "Trachten" im Sinn zu haben, wenn er sich an anderer Stelle auf Jesu Worte aus dem Thomas-Evangelium bezieht: "Das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." John Burnsides Gedichte schenken gerade dieser ungesehenen, vergessenen Welt ihre poetische Aufmerksamkeit.
Ein Apostat ist jemand, der sich vom Glauben losgesagt hat, erklärt Rezensent Peter Henning zu John Burnsides neuem Gedichtband, der sich genau diesem Thema widmet - und der noch immer nicht geschlossenen Wunde, die diese Abwendung bei ihm hinterlassen hat. In dieser "schonungslosen Auto-Therapie" fühlt sich Henning auch an Hölderlin erinnert und zitiert ausführlich aus einer "Welt aus Schwerkraft und Licht", in der Burnside nach Absolution sucht, nach einer "Theologie ohne Gott." Der Kritiker zeigt sich abschließend durchaus berührt und beeindruckt von den Versen des Autors.
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