John Burnside

Die Spur des Teufels

Roman
Cover: Die Spur des Teufels
Albrecht Knaus Verlag, München 2008
ISBN 9783813502961
Gebunden, 255 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Michael Gardiner lebt mit seiner Frau zurückgezogen am Rande des schottischen Küstenortes Coldhaven. Bis er eines Morgens in der Lokalzeitung liest, dass sich seine Jugendliebe Moira umgebracht und ihre beiden kleinen Söhne mit in den Tod genommen hat; nur ihre halbwüchsige Tochter Hazel ließ sie am Leben. Schlagartig sind bei Michael die Erinnerungen wieder da: an seine Eltern, beide Künstler, die auf der Suche nach Ruhe nach Coldhaven zogen und von den Einwohnern jahrelang tyrannisiert wurden; an Moiras Bruder Malcom, der ihn als Kind bis aufs Blut quälte; an Mrs. Collings, selber eine Außenseiterin in Coldhaven, die ihm damals riet, sich nicht alles gefallen zu lassen. Michael befolgte ihren Rat - und hütet seither ein düsteres Geheimnis. Doch Moiras Tod bringt nicht nur die Schatten der Vergangenheit zurück. Michael verfällt auch der Idee, Hazel sei seine Tochter. Er beginnt sie zu beobachten, lernt sie kennen und überredet sie schließlich zur Flucht. Für beide ist dies die Chance, einer Welt zu entfliehen, die sie gefangen hält. Und die Chance auf einen Neuanfang.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2008

Dieser Autor ist ein Teufelskerl, versichert Tobias Döring und endlich auch in Deutschland als einer der "verwegensten und spannendsten Autoren unserer Zeit" zu entdecken. Überaus eingenommen ist der Rezensent von diesem Roman, in dem der Ich-Erzähler einen Sohn wiederzuentdecken glaubt. Je weiter er jedoch in die Erinnerung vordringt, desto weniger eindeutig ist zu sagen, was Wahrheit ist und was Wahn. An David Lynchs Filme fühlt Döring sich erinnert, lobt insbesondere aber auch Burnsides Sprache, "eine wunderbar atmende, kraftvoll rhythmisierte Prosa", die der Übersetzer Bernhard Robben ganz und gar überzeugend ins Deutsche übertragen habe. "Fieberhaft", versichert der Rezensent, wartet er schon auf den nächsten Burnside-Roman.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.04.2008

Angesichts von John Burnsides Roman "Die Spur des Teufels" fragt sich Christoph Haas, ob der schottische Autor, der auch mit Lyrik und Kurzgeschichten in Erscheinung getreten ist, nicht doch lieber die kleine literarische Form pflegen sollte. Denn der Rezensent findet die Passagen noch am ehesten gelungen, in denen sich der Ich-Erzähler lyrischen Betrachtungen hingibt. Burnside erzählt von Michael, der erfährt, dass seine Jugendliebe sich umgebracht hat. Deren Tochter hält er auch für seine, und er beginnt in der Folge immer engeren Kontakt zu ihr aufzubauen, erklärt der Rezensent. Dass der Ich-Erzähler dabei selbst an Nabokovs "Lolita" erinnert, findet Haas deshalb so ungeschickt, weil Burnsides Geschichte dem Vergleich in keiner Hinsicht standhalten kann. Fesselnder seien da schon die Kapitel des Romans, die von Schuld und dunklen Geheimnissen der Vergangenheit erzählen, meint der alles in allem nicht recht begeisterte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2008

Nach Angela Schader hätte es des symbolischen Untergrunds, der in der "Spur des Teufels" angelegt ist, gar nicht bedurft, derart subtil und genau zeichne John Burnside, die "schreckliche Ambivalenz der Menschenseele". Der schottische Autor schildert, wie ein Künstlerehepaar und ihr 13-jähriger Sohn Michael in einem schottischen Küstenort systematisch als zugezogene Fremde tyrannisiert werden, was in einem Mord endet, den der Sohn begeht. Der weitere elende Lebensweg Michaels wird von dieser Tat geprägt, am Ende gelingt ihm aber eine Rückkehr ins Leben, fasst die Rezensentin zusammen, die besonders von den Details, in denen Burnside seine virtuose Erzählkunst zur Schau stellt, beeindruckt ist. Die Beschwörung des Teufels, die die gesamte Handlung unterfüttert, wäre gar nicht nötig gewesen, bekräftigt Schader, die sich vorstellen könnte, dass das anspruchsvolle Leser zunächst sogar abschrecken könnte.
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