Aus dem Amerikanischen von Sylke Hachmeister. Mit Bildern von Katrin Engelking. Eine Familie in der amerikanischen Provinz vor rund hundert Jahren: Der Vater ist Verleger und alleiniger Autor der Lokalzeitung, die Mutter hält liebevoll und klug die Familie zusammen, und die drei Söhne erleben ein Kleinstadtabenteuer nach dem anderen. Zwei Jungen verirren sich in einem alten Stollen und können erst nach tagelanger Suche gerettet werden, die erste Toilette mit fließend Wasser wird installiert, und ein neuer Lehrer bringt die Schüler gegen sich auf. Dabei schlägt der geradezu unheimlich kluge, zehnjährige Tom aus allem seinen Vorteil heraus. All dies wird klar, aber voller Wärme geschildert durch den Kunstgriff Fitzgeralds, den achtjährigen John erzählen zu lassen, der seinem schlauen Bruder ohnmächtig gegenüber steht und doch so gern auch mal ein Genie sein würde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2011
Rezensent Siggi Seuss würde gerne mehr lesen von diesen "federleicht geschriebenen" Kurzgeschichten, aus denen sich seiner Aussage nach dieser Kinderroman zusammensetzt. Erzähler ist der junge John D., so Seuss, der in einem Provinzkaff des Mittelwestens gewitzte "Dienstleistungen" anbietet, um Kohle zu machen: Ein "public viewing" für Nachbarskinder zur Aushebung einer Jauchegrube etwa. Die Schilderungen Johns findet der Rezensent "sophisticated" und den Humor nicht aufdringlich, sondern wie nebenbei eingestreut. Und die Übersetzung Sylke Hachmeisters ("quicklebendig") sowie die Illustrationen Katrin Engelkings runden das Paket für den Kritiker, der es durchaus auch älteren Liebhabern amerikanischer Erzählkunst empfiehlt, ab.
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