Aus dem Amerikanischen von Michael Kleeberg. Im Herbst 1945, einige Monate nach Kriegsende, reist der amerikanische Autor John Dos Passos im Auftrag des US-Magazins Life durch das in Trümmern liegende Deutschland. Der Blick des Autors fällt auf das Elend der Besiegten, die sich aber keineswegs als Befreite fühlen, Dos Passos schildert das Chaos aus Trümmern, Kälte und Elend sowie die ersten zaghaften Neuanfänge.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2000
Sabine Fröhlich hält sich mit einem Urteil über das Buch weitgehend zurück, scheint es aber dennoch mit Gewinn gelesen zu haben. So gibt sie zahlreiche Passagen des Bandes in Kurzform wieder, wobei sie mehrfach betont, wie sehr der Autor immer wieder auf die Überforderung der Alliierten bei der Verwaltung des Chaos, die Zweifel an der Tätigkeit und seine eigene kritische Haltung, beispielsweise gegenüber der Appeasement-Politik, zu sprechen kommt. Viel Raum scheinen Widersprüchlichkeiten einzunehmen, etwa da, wo Dos Passos abgemagerte Berliner beschreibt, die im Tiergarten Brennholz suchen, während die "amerikanischen Offiziellen" vergleichsweise komfortabel leben, oder da, wo er eine Diskrepanz zwischen amerikanischen Freiheitsparolen und der unzureichenden Funktion als Schutzmacht erkennt. Darüber hinaus zeigt sich Fröhlich beeindruckt von Dos Passos "detailgenauen Momentaufnahmen seines `Camera-Eye`", mit denen er beispielsweise das Mienenspiel der Angeklagten bei den Nürnberger Prozessen eingefangen habe.
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