2004 ist Wahlkampfjahr in den USA. Im Fokus des Weltinteresses steht die innen- wie außenpolitische Bilanz der Bush-Administration. In seinem aufrüttelnden Buch warnt John Dean - Insider der Washingtoner politischen Szene - vor den Gefahren derparanoiden Geheimpolitik des Georg W. Bush und seiner Entourage, die die Grundlagen der amerikanischen Demokratie zu erschüttern droht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2004
Der Watergate-Skandal muss den ehemaligen Abgeordneten John Dean, der für die Repubilkaner im Kongreß saß und ab 1969 der Rechtsberater von Präsident Nixon war, nachhaltig traumatisiert haben, vermutet Wilfried von Bredow. Seither messe er alle amerikanischen Präsidenten an dieser moralischen Meßlatte und schlage im Fall Bush "mit grimmiger Indignation" Alarm. Als führender Kopf der Bush-Adminstration gilt Dean Vizepräsident Cheney, verrät von Bredow, dem er vorwerfe, zuviel Geheimniskrämerei zu betreiben, was noch schlimmer sei als die Watergate-Affäre. Dean ziehe durchaus Parallelen zwischen Nixon und Bush, die sich für Bredow bei näherer Betrachtung wieder auflösen. Überhaupt kann der Rezensent dem aufgeregten Ton des Buches wenig abgewinnen, die Kritik Deans an der amerikanischen Irak-Politik, der Umweltpolitik und der "Geheimhaltungssphäre" der Regierungspolitik sei durchaus berechtigt, aber nicht neu und in ihren Schlußfolgerungen viel zu alarmistisch.
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