Aus dem Amerikanischen von Alex Capus. Anfang der dreißiger Jahre, ein Vorort von Los Angeles: Nach dem Tod seines Vaters muss sich der 18-jährige Arturo Bandini in einer heruntergekommenen Fischfabrik sein Brot verdienen. Doch er hat den Alltag und den endlosen Kleinkrieg zu Hause satt. Er liest Schopenhauer und Nietzsche und träumt von Höherem: Er möchte Schriftsteller werden. Und dafür muss er nach Los Angeles gelangen. Schnell schließt der Leser diesen arroganten, bös-witzigen und doch so sehnsuchtsvollen jungen Mann in sein Herz. Und träumt seinen großen Traum mit ihm. Der Roman erschien nicht mehr zu Fantes Lebzeiten, zu provokant waren Thema und Sprache für das Amerika der dreißiger Jahre. Erst 1985 wurde er veröffentlicht, bei Blumenbar nun erstmals in gebührender Übersetzung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2017
Rezensentin Juliane Liebert ist dankbar, dass John Fantes Roman "Der Weg nach Los Angeles" nach über achtzig Jahren schließlich doch noch auf Deutsch veröffentlicht worden ist. Denn ihr erscheint der achtzehnjährige Arturo, der, wenn er nicht im Kleiderschrank masturbiert, seine Mutter und Schwester nervt oder Hunderte von Krabben tötet, in einer Fischfabrik arbeitet, derart liebenswert, dass die Kritikerin nicht mal die Misogynie, der Rassismus und der Hang zum Ekelhaften stören. Denn Fante vermag mit einer solch aufrichtigen Zuneigung, so "erfrischend" und grenzüberschreitend von seinem eigensinnigen, lebens- und liebeshungrigen Helden zu erzählen, dass Liebert sogar froh ist, dass kein Lektorat diesem herrlich bekloppten Buch den "kindischen Überschwang" genommen hat.
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