Ein Who is Who der Denker, Sterndeuter und Naturforscher: von den griechischen Anfängen über die Blütezeit der islamischen Gelehrsamkeit bis ins frühneuzeitliche Westeuropa. Diese Geschichte des Wissenstransfers beginnt im 7. Jahrhundert v. Chr. in Ionien an der kleinasiatischen Küste. Naturphilosophen wie Thales von Milet erforschen hier Himmel und Erde. Auf Milet folgen Athen, Alexandria, Rom und Byzanz als Zentren der Wissenschaft. Doch zu Beginn des Mittelalters geht dieses Wissen in Europa verloren. Aufbewahrt wird es in der arabischen Welt: Über das abbasidische Bagdad, das fatimidische Kairo und das omayyadische Damaskus folgt Freely arabischsprachigen Gelehrten, Ärzten und Mathematikern nach Andalusien.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.07.2012
Durchwachsen findet Stefan Weidner diese Geschichte der Naturwissenschaften von John Freely. Im Unterschied zu Freelys Istanbul-Reiseführer liest sich das vorliegendes Werk seines Erachtens "recht trocken". Auch hält er den Titel für etwas irreführend, da die arabische und islamische Wissenschaftsgeschichte keineswegs einen Schwerpunkt des Werks bilden. Wer sich also für die Wissenschaften im arabischen Mittelalter interessiert, dürfte nach Ansicht Weidners hier enttäuscht werden. Überzeugender scheint ihm die umsichtige Darstellung der Überlieferungsgeschichte des Wissens aus der Antike.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2012
Dass der Geist blüht, wo er hinfällt, erfährt Wolfgang Günter Lerch aus diesem aufschlussreichen Buch des in Instanbul lehrenden Wissenschaftshistorikers John Freely. Lerch arbeitet sich durch die antike Wissenschaft und die Wissenskultur, bevorzugt des naturwissenschaftlichen Bereichs, wie sie Freely hier kenntnisreich ausbreitet, und gelangt schließlich zu den islamischen Keimzellen der europäischen Wissensexplosion im Mittelalter. Die vielen Abbildungen sowie die spielerische Art und der hinreißende Stil des Autors kommen ihm dabei zu Hilfe und lassen ihn Wissenschaftsgeschichte als spannende Kulturgeschichte erleben. Ein Buch, das der Rezensent selbst Menschen mit rudimentärer humanistischer Bildung empfehlen kann!
Der irakische Schriftsteller Najem Wali zeigt sich höchst angeregt von John Freelys Buch, das die Wege antiken Wissens nach Europa nachzuzeichnen sucht. Der Rezensent schwelgt hingerissen in den vielen fesselnden Geschichten der Wissensvermittlung, die der amerikanische Autor hier nachzeichnet. Freely hat Philosophie, Physik und Geschichte studiert, wie uns Wali wissen lässt, kann so überzeugend und vor allem sehr spannend zeigen, dass ohne die arabisch-islamische Vermittlung das Wissen der Antike das Abendland nie erreicht hätte, preist der Rezensent, den die "Leidenschaft", mit der der Autor dies detailliert darlegt, offenbar angesteckt hat.
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