Ich möchte lieber nichts
Eine Geschichte vom Konsumverzicht

DuMont Verlag, Köln 2024
ISBN
9783755800101
Gebunden, 208 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
"Der erste Asket der Zukunft, der mir je begegnet ist, war eine Frau", schreibt John von Düffel in seinem viel gelesenen Stundenbuch 'Das Wenige und das Wesentliche'. Diese Frau, die Schottin Fiona, damals eine Philosophiestudentin, sucht er nun nach Jahrzehnten wieder auf. Im Gepäck hat er viele Fragen, die er mit ihr auf langen Stadtwanderungen in intensiven Gesprächen weiterdenkt: Wie leben wir richtig? Was ist das Wesentliche in einer Welt des Überflusses? Wie viel Konsumverzicht ist möglich? Und: Was hat das mit Freiheit zu tun? Zwei Tage verbringen sie zusammen in Edinburgh. Und es entwickelt sich daraus ein Gedankenaustausch über die zentralen Fragen unserer Zeit. Es folgt ein Briefwechsel, der nicht nur nach Antworten sucht, sondern auch Rätsel aufgibt. Wer genau ist Fiona eigentlich und wie ist ihr Leben seit dem Studium verlaufen? Eine Geschichte über die Angst vor Veränderung, den Mut zur Abweichung und die Frage nach dem Einsamen und dem Gemeinsamen: Solitaire oder Solidaire?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 09.01.2025
Wenig gehaltvoll findet Rezensentin Meike Feßmann dieses Buches. Der Philosoph und Schriftsteller John von Düffel denkt darin über Möglichkeiten und Aporien des Verzichts nach. Und zwar in Gestalt eines Dialogs platonischer Art, den die offensichtlich nah am Autor entworfene Hauptfigur John mit einer Jugendfreundin namens Fiona führt, die er nach vielen Jahrzehnten wieder trifft. Er hat Fiona als eine radikal selbstgenügsame Verzichterin in Erinnerung, sie jedoch kann mit seinen Idealisierungen wenig anfangen und verweist unter anderem auf ihren familiären Working-Class-Background, der ihr von Anfang an andere Voraussetzungen mitgab. Feßmann ist nicht überzeugt davon, wie Düffel diese Fiona anlegt, sie erscheint ihr insgesamt weniger als eine glaubwürdige Figur denn als ein weiteres Düffel-Sprachrohr. Weder Fisch noch Fleisch ist dieses unentschlossen Literarisches und Philosophisches vermengende Buch für die Rezensentin, die in diesem Fall in der Tat lieber nichts will.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 19.12.2024
Ein tolles Buch hat John von Düffel hier geschrieben, findet Rezensent Christian Rabhansl. Der Dramaturg unterhält sich mit einer Bekannten, Fiona, die ohne viel Geld aufgewachsen ist und auch später freiwillig auf vieles verzichtete. Das ist keine Show, sondern echt, stellt Rabhansl klar. In den Gesprächen der beiden geht es, fährt er fort, ums richtige Leben und ähnliche Themen. Dass das Buch selbst - Achtung, Paradox! - luxuriös gestaltet ist, rundet diese schöne Veröffentlichung ab, findet der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 13.12.2024
Rezensentin Meike Feßmann steht nach der Lektüre von John von Düffels "Ich möchte lieber nichts" leider tatsächlich mit "nichts" da, zumindest mit nicht viel mehr als einer Hand voll Erkenntnisse, die hin und wieder in den Dialogen zwischen von Düffels spazierendem Alter Ego und dessen Konterpart abfallen. Dass Düffel dem Erzählen misstraut in einer Zeit, in der die ganze Realität in Narrative ge- und verwickelt zu sein scheint, weiß Feßmann. Dass er aus diesem Grund schon seit längerem nach einem Raum zwischen Literatur und Philosophie, Geschichten und Wissenschaft sucht, ebenso. Doch am Ende verzichtet von Düffel auf zu vieles von beidem, sodass der Rezensentin nicht klar ist, was der Vorteil sein soll von einer plauderhaften, in literarische Dialoge gepressten und verkürzten philosophischen Abhandlung oder: einem philosophisch völlig überfrachteten literarischen Dialog zwischen unglaubwürdigen, nachlässig gezeichneten Figuren. Für die Rezensentin offenbar nichts Halbes und nichts Ganzes.