Aus dem Amerikanischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Was sehen wir? Wie fühlen wir? Wie funktioniert Erinnerung? Indem Jonah Lehrer beschreibt, wie Künstler unsere Sinneswahrnehmungen herausfordern, vermittelt er das neue Wissen über unser Gehirn. Und erzählt auf diese Weise neueste Forschung spannend und anschaulich auch den nicht in die Naturwissenschaften Eingeweihten. Wie Lehrer die Methode der Erinnerung mit Proust, den Vorgang des Sehens mit Cezanne, die Essenz des Schmeckens mit Escoffier erklärt, kommt einer Entdeckung gleich: Die Wissenschaftler enträtseln die Geheimnisse unserer Sinneswahrnehmung, die Künstler machen sie erfahrbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2010
Nee, mit "Schöner Forschen", wie Friederike Reents angesichts des Titels zunächst befürchtet, hat der Autor nichts am Hut. Vielmehr geht es Jonah Lehrer in seinem Buch darum, Kunst und (Neuro-)Wissenschaft einander näherzubringen und zwar ohne Einäugigkeiten. Auch wenn Rezensentin Reents Lehrers Verquickung etwa von Prousts Madeleine-Erlebnis mit entsprechenden neurowissenschaftlichen Überlegungen so irre originell nicht findet und die Kunst vielleicht nicht gar so seherisch ist, wie der Autor es gerne hätte - Lehrers Hinweis auf die methodischen Unterschiede der Erkenntnisse erscheinen ihr die Lektüre wert.
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