Jonas Engelmann

Dahinter. Dazwischen. Daneben.

Von kulturellen Außenseitern und Sonderlingen
Cover: Dahinter. Dazwischen. Daneben.
Ventil Verlag, Mainz 2021
ISBN 9783955751531
Broschiert, 280 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

"Ich muss von irgendwo anders in dieses Universum gekommen sein, weil ich ein totaler Außenseiter bin", hat der afroamerikanische Saxofonist Johnny Griffin einmal erklärt. Sun Ra hat diese Idee in seinem Konzept des Afrofuturismus aufgegriffen. Außenseiter wie Sun Ra hat Jonas Engelmann in seinem Buch "Dahinter. Dazwischen. Daneben." versammelt. Die einen wollten nicht mitmachen. Die anderen durften nicht. Und wiederum andere sind zwar Teil des Kulturbetriebs, gelten dort jedoch als Sonderlinge. In den Porträts der Künstler:innen werden kulturelle Konzepte präsentiert, die völlig aus ihrer Zeit gefallen scheinen, in Konflikt zum kulturellen oder politischen Konsens standen oder schlicht zu fremdartig waren, um ein breites Publikum zu finden. Jonas Engelmann zieht dabei keine Grenzen zwischen Hochkultur und Popkultur, Comic, Literatur, Wissenschaft, bildender Kunst oder Film: Elfriede Jelinek steht gleichberechtigt neben Jeffrey Lewis, Björk neben Calvin & Hobbes. Das Buch versammelt Texte über Aby Warburg, Zora Neale Hurston, Jean Améry, Eva Hesse, Franz Jung, Nella Larsen, Witold Gombrowicz, Tove Jansson, Sun Ra, Jandek, Julie Doucet, Boris Lurie, Raymond Federman und viele andere.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.01.2022

Für Rezensentin Christina Mohr gelingt Jonas Engelmann mit seinem Buch etwas Großes: den kulturellen Kanon zu erweitern. Mit seinen liebevollen Porträts von Musikerinnen, Zeichnerinnen und Autorinnen von Sun Ra und John Zorn über Julie Doucet, Bill Watterson bis Tove Jansson und Walter Benjamin öffnet der Verleger Engelmann die Schublade für Sonderlinge ganz weit, meint sie. Das Durchwursteln, die Erfahrung von Diskriminierung und Ausgrenzung beschreibt der Autor laut Mohr eindringlich subsumiert unter acht Themenkomplexe anhand der ausgewählten Künstlerinnenbiografien. Das ist so erschütternd wie erhellend, findet Mohr.

Themengebiete


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