Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2000
Georg Sütterlin geht in seiner Rezension zunächst recht ausführlich darauf ein, dass der Autor sich in Gesellschaft zahlreicher anderer kubanischer Schriftstellern befindet, die ebenfalls von Castro enttäuscht sind. Das werde auch in diesem Roman deutlich, zumal die politischen Überzeugungen des Protagonisten Ortega ins Wanken geraten, als er den Widerspruch erkennt, der in dem luxuriösen Lebensstil der Parteioberen und der Armut der Bevölkerung besteht. Die Stärken des Romans liegen nach Ansicht des Rezensenten dabei vor allem in der Fähigkeit des Autors, sich in "fremdes Bewusstsein" hineinzudenken, was er für die Gattung eines Romans für unabdingbar hält. Denn ansonsten habe dieses Buch viele Züge einer Reportage und eines Zeitdokuments, wobei eine fehlende Chronologie in der Erzählung seiner Meinung nach nicht unproblematisch ist. Denn Leser, die in der kubanischen Geschichte nicht sattelfest sind, werden, wie Sütterlin meint, bisweilen Schwierigkeiten mit der zeitlichen Abfolge haben. Zusätzliche Anmerkungen und Hilfestellungen des Verlags wären in dieser Hinsicht hilfreich gewesen, findet der Rezensent.
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