Aus dem Spanischen von Susanna Mende. Rosario Tijeras will raus aus den Slums von Medellin. Sie ist schön, sie ist stark und sie ist eine Killerin im Dienst der Kartelle. Aber sie ist auch verletzlich. Und sie liebt zwei junge Männer aus reichem Haus - Emilio und Antonio. Mit Emilio hat sie Sex, mit Antonio kann sie reden. Antonio durchwacht die Nacht, in der Rosario schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wird. Er versucht sich darüber klarzuwerden, wer diese gefährliche Venus von Medellin wirklich ist...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2003
Magischer Realismus war gestern. In einem Land, dessen Exportschlager Kokain heißt und in dem die Gewalt zur zweiten Natur geworden ist, muss auch die Literatur zu anderen Mittel greifen. Als "Narko-Realismus" beschreibt Rezensent Kersten Knipp deshalb Jorge Francos Stil, mit dem er das brutalisierte Leben der Auftragskillerin Rosario Tijeras adäquat in Szene setzt. Franco präsentiere ihr Leben als pausenlos drängende Gegenwart, die fast nie Reflexionen, umso häufiger aber Gefühle von Ohnmacht und Entsetzen hervorrufe, denen nur durch den enthemmten Gebrauch von Alkohol, Sex und Kokain beizukommen sei. Erzähltechnisch kann Franco nach Ansicht Knipps der rasenden Geschwindigkeit dieses Lebens dank rasanter Schnitttechnik durchaus folgen. Bedauerlich findet er allerdings, dass der Autor kaum Zeit finde, einen Blick auf die Psyche seiner Figuren zu werfen. Bleibt für ihn die Frage, "ob sich nicht auch dieser zusammengestauchte Empfindungshaushalt etwas gründlicher hätte durchdringen, sich nicht auch einige allgemein gültige Beobachtungen hätten formulieren lassen können".
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