Aus dem argentinischen Spanisch von Gisbert Haefs und Karl August Horst. Jorge Luis Borges, der große Erzähler, Essayist und Zauberkünstler der Literatur, hat seine Laufbahn als Dichter begonnen, der schon in frühesten Jahren in argentinischen Zeitungen publizierte. Der Poesie ist er sein Leben lang treu geblieben. Der siebte Band der Werkausgabe bringt in zweisprachiger Fassung das frühe Gedichtwerk Borges' heraus, das in der alten Ausgabe nur in einer Auswahl enthalten war.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.12.2007
Recht kursorisch fällt diese Besprechung der zweibändigen Übersetzung von Jorge Luis Borges aus. Für die Qualität der Originale schon gilt, dass sie, wie jedenfalls der Rezensent Leopold Federmaier befindet, nicht durchwegend herausragend ist. Im Frühwerk manchmal "outriert", im Spätwerk nicht selten "freundliches Mittelmaß" - noch dazu kehre da Borges' schwert- und männlichkeitslastiger Gauchismo zurück. Grundsätzlich nicht unproblematisch findet Federmaier auch die Entscheidung, die Originale in "eine Art von Prosa" zu übersetzen. Der Versuch der Annäherung an den Ton, den Borges in seiner eigenen Sprache besitze, scheint dem Rezensenten aber begrüßenswert, und teilweise hält er das wohl auch für gelungen. Dennoch stellt er der deutschen die seiner Ansicht nach offenbar sehr viel überzeugendere französische Pleiade-Ausgabe der Borges-Gedichte gegenüber, an der der Autor selbst intensiv beteiligt war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Für Paul Ingendaay muss es schon der ganze Borges sein. Der von Krieg und Tod und Waffen schreibt und der einst (in den zwanziger Jahren vor allem) auch Gedichte gemacht hat. Der Wert des Bandes liegt für Ingendaay denn auch nicht zuletzt in den auf den späteren Erzähler "vorausweisenden Spuren", den lyrisch untergebrachten poetologischen Bekenntnissen etwa. Soll heißen: Borges, der Dichter, ist für ihn zunächst nur peripher von Interesse. Weshalb Ingendaay ein bisschen lächeln muss angesichts der "editorischen Heldentat" der nunmehr dritten Neuedition einer Borges-Werkausgabe im "wunderschönen Ewigkeitsgrau der Klassiker".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006
Für den Rezensenten Volker Breidecker ist Borges' lyrisches Frühwerk eine glühende Hommage an die Stadt Buenos Aires, so glühend, dass sie fast gänzlich ohne Frauen auskommt. Im Folgenden unternimmt er den Versuch, an die Gedichte die Metapher des Tangos ("ein trauriger Gedanke, den man tanzt") heranzutragen, besinnt sich jedoch eines Besseren, da Borges sich gegen genau diese zu Buenos Aires gehörende Sentimentalität verwehrt. In der Tat komme in den Gedichten nicht ein einziges Mal das Tango-Signalwort 'corazon' vor. Also lobt er schließlich die Zweisprachigkeit dieses ersten Bandes der Borges-Werkausgabe und die Qualität der Kommentare.
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