Erinnerung an ein totgeborenes Kind in den Wirren der 1920er-Jahre im Südtiroler Aibeln. Im Zentrum von Zuber stehen polizeiliche Willkürmaßnahmen aus der Zeit des Faschismus, die wie eine Naturkatastrophe über den kleinen Südtiroler Ort Aibeln hereinbrechen. Die Ereignisse wirken traumatisch nach. Man redet nicht über die eigene Scham, die Ohnmacht, die hilflosen Versuche, sich zu wehren. Es bleibt ein Stachel im Gedächtnis des Dorfes. Das Buch handelt aber auch davon, wie das Schweigen gebrochen werden kann - durch Freundschaft.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.10.2020
Auch in diesem Buch ist der gelähmte Zimmermann und Autor Vitus Sültzrather, der Lesern schon aus Josef Oberhollenzers Roman "Sültzrather" bekannt ist, die Hauptperson, erzählt Rezensent Dirk Fuhrig. An ihm entlang erzählt der Autor aber auch die Geschichte eines fiktiven Dorfes in Südtirol, das in den zwanziger Jahren vom Faschismus überrollt wird. Verbrechen, Schweigen und Scham sind die Folge, erfahren wir. Fuhrig erfährt viel über diesen Teil der Geschichte Südtirols, aber das eigentliche Ereignis ist für ihn die Sprache Oberhollenzers mit ihren Einschüben, Zitaten und Ankündigungen - nichts ist linear erzählt und dann pflegt der Autor noch eine konsequente Kleinschreibung! Dafür ist es wundervoll polyfon, versichert der Rezensent, der er sich in dem Sprachknäuel offenbar sehr wohlgefühlt hat.
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