Jean Barbe hat sich vom Arbeiter zum größten Knopffabrikanten Europas emporgearbeitet. Mit 60 will er ausbrechen ins eigentliche Leben. Ohne Gepäck. Mit prall gefüllter Brieftasche bricht er mit allen Abhängigkeiten, wird aber Opfer seiner Gewohnheiten. Der Weg in die Freiheit gerät zu einer Odyssee, die an den Verhältnissen und menschlichen Abgründen scheitert. Wie überall in Breitbachs Werk geht es auch in diesem Roman aus dem Jahr 1978 um die Grundfragen individueller und kollektiver Existenz. Voller Skepsis berichtet der Autor über sich selbst, treibt sein heiteres Spiel mit Erzähltechniken und scheut sich nicht, sich mit einem Kritiker anzulegen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2013
Heitere skeptische Gegenakzente erwartet Joseph Hanimann von diesem Autor, den er nicht zur ersten Garde der modernen Literatur zählt. Was Joseph Breitbach mit diesem Spätwerk von 1978 vorlegt, erinnert den Rezensenten am ehesten an einen Schelmenroman, allerdings ohne das Versponnene eines Felix Krull. Breitbachs Held ist alles andere als sympathisch, ein Nörgler vor dem Herrn, wie Hanimann mittteilt, keine Identifikationsfigur. Als wandelnde Hypothese, die die Unzulänglichkeit der Welt beklagt, scheint ihm die Figur allerdings durchaus Spaß gemacht zu haben, zumal er hier ein ironisches Selbstporträt des Autor vermutet. Und als Wiederbegegnung mit einem künstlerischen Querkopf taugt ihm das Buch auch.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…