Mit einem Vorwort von Ernst-Wolfgang Böckenförde. "Ein christliches Europa" der Titel provoziert. Versagt sich der europäische Konvent in seinem Verfassungsentwurf bislang nicht mit guten, laizistischen Argumenten den Bezug auf Gott und das Christentum? Der Verweis auf das Erbe der humanistischen Aufklärung soll verbürgen, dass sich Gläubige wie Ungläubige, Christen wie Nichtchristen respektiert fühlen. Der Europarechtler Joseph H. H. Weiler, als amerikanischer Jude doppelt mit dem Blick von außen begabt, diagnostiziert bei den Europäern hinter der verfassungsrechtlichen Argumentation eine "Christophobie", eine Verleugnung ihrer mehrheitlich christlichen Geschichte. Dagegen sieht er gerade in der Rückbesinnung auf diese spirituelle Haupttradition die Chance, dass die Idee der europäischen Integration nicht im "verzerrenden Effekt der gemeinschaftlichen governance, der Entpersönlichung des Marktes, der Kommerzialisierung der Werte" verkommt. (Ernst-Wolfgang Böckenförde im Vorwort)
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2004
Auf Zustimmung bei Rezensent Uwe Justus Wenzel stößt Joseph H. H. Weilers Buch "Ein christliches Europa", in dem sich der an der New York University und in Brügge lehrende Jurist zur Debatte um den Religionsbezug in der Verfassung der Europäischen Union äußert. In der sprachlichen Neutralisierung der christlichen Überlieferung in der europäischen Verfassung sehe Weiler eine Verbergung und Selbstverleugnung, die auf eine Art "Christophobie" deuteten, die insbesondere unter den meinungsbildenden Eliten Europas weit verbreitet sei. Weiler halte es für unverantwortlich, die Frage nach einer europäischen Identität zu diskutieren und dabei das Christentum zu beschweigen. Weilers juristische Argumentation für einen Gottesbezug und eine Hervorhebung des Christentum in der europäischen Verfassung lobt Wenzel als "so konzis und klar" formuliert, wie es bisher noch nicht geschehen sei.
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