Aus dem Amerikanischen von Sven Koch und Andrea Stumpf. Joseph Mitchells sechs lange Reportagen über New York und seine Hafengegend sind längst legendär. Auf seinen Wegen zwischen Hudson River und East River, Staten Island, Fischmarkt und Fährhafen begegnet er Außenseitern und Exzentrikern und lässt sich von den Gerüchen und den Geschmäckern des Hafens faszinieren. Umgetrieben von den Nischen und Lücken der allgemeinen Geschichtsschreibung, schreibt er von einem leerstehenden Hotel über einem geschäftigen Fischrestaurant, vom Leben der Ratten, die von den Schiffen in den Hafen strömen, vom Kapitän der größten Fischereiflotte der Region und von anderen Menschen, die auf die eine oder andere Weise alle mit dem New Yorker Hafenviertel verbunden sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2012
Endlich sind auch Joseph Mitchells zwischen 1944 und 1959 im "New Yorker" veröffentlichte Hafengeschichten unter dem Titel "Zwischen den Flüssen" auf Deutsch erschienen, freut sich Rezensentin Verena Lueken. Sie liest hier nicht nur melancholische Erzählungen aus dem Milieu der Alkoholiker, Barmänner und Herumtreiber, deren Sprechweisen Mitchell bewundernswert nachahmt, sondern ist auch ganz fasziniert von Mitchells außergewöhnlicher botanischer und biologischer Kenntnis. So erhält die Kritikerin Einblick in die weiten Verzweigungen innerhalb der Rattenpopulation oder erfährt einiges über die Organismen, die ein Schiffswrack überwuchern. Diesem "großartigen" Autor wünscht die Rezensentin definitiv mehr Bekanntheit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2012
Andrian Kreye findet es erstaunlich, dass Joseph Mitchells sechs Hafengeschichten, die er für das Wochenmagazin "New Yorker" verfasst hatte und 1959 gesammelt publiziert wurden, erst jetzt in deutscher Übersetzung erscheinen. Darin beschwört der amerikanische Autor die verschwindende Welt der Austernfischer, Dockarbeiter und Kneipenwirte des Hudson und des East Rivers und zeigt sich als Romantiker und Fortschrittsgegner allzu geschäftigen wirtschaftlichen Wandels, fasst der Rezensent zusammen. Kreye würdigt Mitchell in seiner Konzentration auf das Unaufgeregte und seinem Interesse an "Randfiguren" als Wegbereiter des New Journalism. Und vielleicht ist es auch gut und richtig, dass die Geschichten gerade jetzt in einer, wie er im Übrigen preist, "kongenialen" Übersetzung erscheinen, überlegt der Rezensent. Denn die Geschichten stellen, wie Kreye meint, eine "stimmige Analogie auf den radikalen Wandel" dar und besingen eine Welt, die damals im Untergang begriffen war und nun vollends verschwunden ist.
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