Joseph Roth

Die Rebellion

Roman
Cover: Die Rebellion
Wallstein Verlag, Göttingen 2019
ISBN 9783835334854
Gebunden, 280 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ein Roman von Joseph Roth erstmalig nach der Handschrift ediert, mit bislang unveröffentlichten Passagen. Der österreichische Schriftsteller Joseph Roth (1894-1939) erzählt in dem Roman "Die Rebellion", einem frühen Werk von 1924, die Geschichte des Kriegsinvaliden Andreas Pum. Er ist ein bescheidener und gottesfürchtiger Leierkastenspieler, der die Obrigkeit achtet und loyal alle Gesetze des Staates befolgt. Bei der Witwe Blumich scheint er sein kleines privates Glück zu finden. Doch dann gerät der naive Pum durch eine Reihe von Zufällen, aber auch durch eigene und fremde Schuld, in das unbarmherzige Räderwerk der bürgerlichen Gesellschaft. In einer großen Schlussrede vor einem imaginären Gericht wendet er sich ernüchtert von seinem Gott ab und schmäht ihn. Seine Rede ist zugleich eine umfassende Anklage der sozialen Zustände seiner Zeit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2019

Paul Jandl freut sich sehr über eine auf dem Originalmanuskript beruhende und um Feuilletons des Autors bereicherte Neuausgabe von Joseph Roths Roman von 1924. Ein Buch, das noch einmal gelesen sein will, findet er, weil es ungeahnte Bezüge zur Gegenwart eröffnet. Wie Roth das Herausfallen eines Individuums aus allen gesellschaftlichen Zusammenhängen erzählt, das erscheint Jandl als ein parabolisches bürgerliches Drama. Den Protagonisten sieht er als Reichsbürger vor sich, und mit Roths psychologischer Figurenzeichnung wird ihm ihr Prototypisches deutlich. Sogar #MeToo kommt bei Roth schon vor, laut Jandl lupenrein beschrieben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.09.2019

Wilhelm von Sternburg erlebt Joseph Roth in dem von Ralph Schock neu herausgegebenen Roman einmal mehr als Dichter der Wirklichkeit, wenn der Autor die Geschichte des Kriegsinvaliden Andreas Pump als Geschichte von der Unentrinnbarkeit des Schicksals erzählt. Bewegend ist die Lektüre des einst als Fortsetzungsroman geplanten Textes für Sternburg nicht so sehr aufgrund der nun vorliegenden korrigierten Fassung, und schon gar nicht wegen der "oberlehrerhaften" Anmerkungen des Herausgebers Ralph Schock, sondern weil Roth so nah an seinen Figuren und an der Zeit schreibt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 03.09.2019

Angela Gutzeit bewundert ihn sehr, diesen begnadeten Erzähler und Träumer, Lügner und Trinker Joseph Roth. Keiner konnte das Habsburgerreich so wunderbar lieben und verklären wie Roth, und wie Gutzeit feststellt, konnte auch niemand das Berlin der Zwischenkriegszeit so nüchtern darstellen. Roth erzählt in diesem genau beobachteten und atmosphärisch dichten Roman vom Kriegsinvaliden Andreas Pum, der eine Lizenz als Leierkastenmann bekommt und dies als eine weitere Auszeichnung für sich und sein gelungenes Leben versteht. Aber natürlich wird auch diesem Mann der Glaube an die gerecht waltende Obrigkeit genommen werden, verrät Gutzeit. Dass Herausgeber Ralph Schock der Edition auch Feuilletons von Joseph Roth hinzugefügt hat, freut die Rezensentin ebenfalls, so dass sie den Sprachkünstler in allen Facetten vor Augen geführt bekommt.

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