"Viermal ICH" dreht sich um vier Freundinnen, die so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, und deren Schicksale dennoch von der Schulzeit bis ins Erwachsenenalter untrennbar miteinander verwoben bleiben. Es geht ums gemeinsame Aufwachsen und die erste Liebe in den gar nicht so goldenen Zwanziger Jahren, aber auch um die dunklen Seiten der Freundschaft, um Selbstbetrug, Verrat und Täuschung - und, davon unberührt, um weibliche Emanzipation, Identitätsfindung und die Suche nach dem großen Glück. Maria Lazars Ende der 1920er Jahre in Wien verfasste Roman galt lange als verschollen und wurde noch nie veröffentlicht. Nun wird er zum 75. Todestag der gefeierten Exilautorin erstmals aus dem Nachlass herausgegeben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.06.2023
"Originell" nennt Rezensentin Julia Schröder den 1929 entstandenen Roman der kürzlich wieder entdeckten jüdischen Autorin Maria Lazar. Dabei entdeckt die Rezensentin, dass das Buch durch die Fokussierung auf vier weibliche Protagonistinnen, die sich im Nachkriegsalltag zurecht finden müssen, viel über die soziale Stellung der Frau kurz vor dem Aufstieg des Nationalsozialismus preisgibt. Die sexuelle Befreiung der Frau in der Weimarer Zeit ging mit einer erhöhten Gefahr zur Zwangsprostitution einher, liest die Rezensentin bei Lazar. Das Buch ist keine leichte Lektüre, meint Schröder, doch selten hat die Rezensentin eine treffendere Darstellung über die Lage von Frauen in der Weimarer Republik gelesen.
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