Aus dem Amerikanischen von Martin Bayer und Karin Schuler. Mit zahlreichen Karten und Grafiken. Josiah Ober erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang des antiken Griechenland aufregend als "big history". Er greift die höchst aktuelle Frage nach der Leistungs- und Erfolgsfähigkeit von Staaten im Sinne einer modernen Universalgeschichte für das 21. Jahrhundert auf. Mit aktuellen Bezügen zeigt er am klassischen Griechenland, wie erst wirtschaftliches Wachstum, ein hohes Maß an Gleichheit sowie bürgerstaatliche Teilhabe die einzigartige Kultur der Hellenen ermöglichten. Es entsteht ein völlig neues Bild des antiken Hellas: nicht mehr eine wirtschaftlich rückständig-gleichgültige Sklavenhaltergesellschaft, sondern ein Netzwerk von Stadtstaaten, die ihr Wachstumspotential optimal ausnutzen. Schließlich gelingt es ihnen, die am Ende doch übermächtigen "Raubstaaten" Makedonien und Rom so zu prägen, dass das Erbe ihrer Kultur in einzigartiger Weise präsent blieb.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2017
Rezensent Stefan Rebenich lässt sich vom Althistoriker und Politiwissenschaftler Josiah Ober die dauernde Blüte des alten Hellas erklären. Obers These, wonach sich der kulturellen Blüte eine wirtschaftliche hinzugesellte, findet Rebenich zwar schon bei Max Weber (den der Autor nicht erwähnt, wie er leider feststellen muss). Doch bietet ihm Ober bis auf einige abenteuerliche Definitionen (von Herrschaft etwa) und Verkürzungen eine lesbare "big story" vom Aufstieg und Fall des alten Hellas auf Grundlage der Ergebnisse des Copenhagen Polis Centers.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016
Rezensent Uwe Walter sieht die bis heute in dem Wort von den "Pleite-Griechen" fortwirkende Erzählung von einem strukturell armen Hellas grandios widerlegt durch den Althistoriker Josiah Ober. Indem der Autor eine für den Rezensenten so aufregende wie fundierte Geschichte des antiken Griechenland vorlegt, neue Erkenntnisse der Institutionenökonomie und Sozialanthropologie für seinen Text und den Leser fruchtbar macht, Quellenlagen kenntlich macht und am antiken Beispiel zeigt, wie bedeutsam für eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte die breite Politikteilhabe und Investitionen in Wissen waren, legt er laut Walter gerade kein neoliberales Buch vor, wie vielfach kritisiert wurde. Obers Darstellung, die Walter als Brücke zwischen Antike und Gegenwart liest, empfindet der Rezensent im Gegenteil als Aufruf zu einer Rückgewinnung des politischen Raumes, gegen Eliteegoismus und Korruption. Ein seltenes intellektuelles Abenteuer, das zum Mitdenken auffordert, meint Walter.
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