Hetären waren unverheiratete, schöne und oft musisch begabte Frauen, die ihren Lebensunterhalt dadurch verdienten, dass sie Männern zur Unterhaltung zur Verfügung standen - auch als Liebhaberinnen. Von den gewöhnlichen Prostituierten unterschieden sie sich dadurch, dass sie sich nicht einfach gegen Bezahlung für einmalige Liebesakte zur Verfügung stellten. Obwohl Hetären wechselnde Liebhaber hatten, gab es enge Zweierbeziehungen, ja sogar echte Liebesverhältnisse. Hetären lebten oft auf großem Fuß und verkehrten in den höheren Kreisen der Gesellschaft. Viele von ihnen sind namentlich bekannt und genossen hohe gesellschaftliche Achtung. Beispielhaft beschreibt Wolfgang Schuller Leben und Schicksal der bedeutendsten Hetären: Einige konnten Kaiserin werden (Theodora), andere endeten tragisch. Die hässlich gewordene gealterte Hetäre ist ebenfalls Gegenstand antiker bildender Kunst und Dichtung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.07.2008
Ursula Pia Jauch gibt ihrer Bewunderung für Wolfgang Schullers Hetären-Geschichte zum Ausdruck, auch wenn sie leise bedauert, dass es dem emeritierten Konstanzer Althistoriker und ausgewiesenen Kenner der Geschlechtergeschichte in der Antike nicht gelingt, den "Kern des Verdachts", der dem Hetärenwesen bereits seit der Antike anhaftete - von Beurteilungen späterer, insbesondere christlichen Zeiten ganz zu schweigen - befriedigend freizulegen. Dennoch lobt die Rezensentin die Studie, die sich einem gründlichen Quellenstudium und nicht zuletzt dem fortschreitenden Forschungsstand verdankt, für die "differenzierte" Darstellung. Über ein "methodisches Problem" allerdings sei sich Schuller durchaus im Klaren, dass nämlich seine Erkenntnisse über die Geschichte der Hetären ausschließlich aus der Dichtung und zwar ausschließlich von männlichen Autoren stammen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2008
Hartwin Brandt empfiehlt uns den Band als "informative, verlässliche" erste Gesamtdarstellung der Geschichte der Hetären. Über den Autor Wolfgang Schuller hat Brandt nur Gutes zu sagen. Um so schmerzlicher erscheint ihm, dass dieser Althistoriker so wenig Anerkennung erfährt. An mangelndem Erkenntnisinteresse kann es nicht liegen. Auch nicht am Stil oder am Humor des Autors. Brandt gibt dem Autor in allen drei Kategorien die Bestnote. Und folgt dem chronologisch angelegten Text über die Entstehung des Hetärenwesens in der archaischen Zeit der Griechen bis zum Ende der Antike mit merklichem Interesse. Wenn gegen Ende der Darstellung buchstäblich die nichtfiktionalen Quellen versiegen, ist das für den Rezensenten kein Grund, am Autor und seinen Erkenntnismöglichkeiten zu zweifeln. Diese, so gibt er zu bedenken, sind schließlich immer gerade so kontingent wie das zugrunde liegende Material.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.04.2008
Lobend äußert sich Rezensent Burkhard Müller über Wolfgang Schullers Buch "Die Welt der Hetären". Besonders schätzt er den unverkrampften Stil des Autors, durch den er sich wohltuend von älteren Arbeiten der klassischen Philologie und der Alten Geschichte zum Thema unterscheidet. Die dargebotene Fülle des Materials aus der griechischen Antike, die von Sympathie getragene, ansprechende, geistreiche und instruktive Darstellung haben ihn vollauf zufrieden gestellt. Etwas weniger begeistert hat ihn dagegen die Auswertung der literarischen Quellen des kaiserzeitlichen Roms. Hier lässt das "Lesevergnügen" seines Erachtens ein wenig nach.
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