Im September 1765 ist Jean-Jacques Rousseau auf der Flucht. Nun hofft er, auf der Sankt-Peters-Insel, mitten in bernischem Herrschaftsgebiet, Asyl zu finden. Doch zur gleichen Zeit wird im patrizischen Bern gegen Rousseau intrigiert. Vor allem Albrecht von Haller, wittert in ihm den Konkurrenten und weltanschaulichen Widersacher. Eine vehemente Fürsprecherin hat Rousseau in Julie Bondeli, der klugen Philosophin, die mit Intellektuellen aus halb Europa korrespondiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2002
Nicht besonders zufrieden ist die Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger mit diesem Roman. Thema ist der den Aufenthalt, den Jean-Jacques Rousseau für sieben Wochen auf einer vergleichsweise ruhevollen Etappe - er war auf einer Fluchtodyssee vor den Reaktionen auf "seine angeblich aufrührerischen Schriften" - auf Sankt Peter im Bielersee hatte. Nachvollziehbar findet die Rezensentin, dass der Autor sich für diese Zeit in Rousseaus Leben interessiert, denn "der Aufenthalt auf der Petersinsel ragt wie ein Paradies aus der Wüste einer atemlosen Existenz hervor". Doch aus der Gelegenheit, "abseits einer aktionsgeladenen Handlung den Menschen selbst in den Vordergrund zu rücken" macht Autor Jost Imbach nicht viel, entstanden sind nach Eichmann-Leuteneggers Meinung lediglich "beschauliche Genrebilder". Da sind die Auseinandersetzungen mit Rousseaus intellektuellem Umfeld, die Imbach in der "tagebuchähnlichen Anlage seines Textes" reflektiert, interessanter und bieten "mehr innere Spannung". Doch auch das könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Roman sprachliche Schwächen und wenig elegante Übergänge hat: "Sprachliche Holprigkeiten und Unzulänglichkeiten stören leider immer wieder den Textfluss."
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