E.Y. Meyer erzählt die Geschichte einer stetigen "Wandlung" von der Epoche der europäischen Aufklärung bis in die Gegenwart. Erfahrungen, Nachforschungen und philosophische Reflexionen aus vielen Jahren verarbeitet Meyer zu einem breit angelegten Fresko. Immer geht es ihm dabei auch um die Schweiz: Ein Club von 13 Männern trifft sich an Orten, die mit Wandlungen und mit wichtigen Persönlichkeiten in den letzten paar Jahrhunderten zusammenhängen, zum Beispiel auf der St. Petersinsel im Bielersee, wo Jean-Jacques Rousseau als verfolgter Emigrant lebte, oder auf der Ufenau im Zürichsee, die man mit der Gestalt des Humanisten Ulrich von Hutten verbindet. So entfaltet sich ein mehrstimmiger Reisebericht - ein Bericht von einer Reise durch Raum und Zeit; ein sozial- und geistesgeschichtliches Panorama, verknüpft mit Leben und Denken der 13 Clubmitglieder.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.10.2012
Keinen Roman im eigentlichen Sinn, doch ein höchst moralisches Werk immerhin hat Beatrice Eichmann-Leutenegger da gelesen. Als direkten Vorfahren des Autors identifiziert sie eindeutig Jeremias Gotthelf, der zur Opulenz neigenden, gern auch derben Sprache sowie des Sendungsbewusstseins wegen. Lust also kommt hier nicht von der narrativen Seite, das Buch, so gibt die Rezensentin zu verstehen, ist eher etwas für Liebhaber origineller, mitunter auch durchaus nervender ethisch-religiöser Wucht. Setting und Personal des Romans erinnern die Rezensentin an die elitären Zirkel des 18. Jahrhunderts. Allerdings scheint all das vor allem die Kulisse zu sein, aus der heraus E. Y. Meyer seinem heiligen Zorn gegen den Gang des Weltgeschehens, gegen Umweltzerstörung, Business-Denken, Primat des Materiellen usw. freien Lauf lassen kann.
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