Herausgegeben und kommentiert von Angela Genger, Andrea Löw und Sascha Feuchert. Aus dem Jiddischen von Susan Hiep. Józef Zelkowicz (1897-1944) arbeitete nach der Zwangsumsiedlung in das Getto von Lodz/Litzmannstadt im 'Archiv des Judenältesten' und gehörte seit Januar 1941 zu den Autoren der 'Chronik' des Gettos. Der ehemalige Journalist und Schriftsteller schrieb seine täglichen Erlebnisse nieder. Zelkowicz wurde im August 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Erstmals in deutscher Sprache liegt mit diesem Band Józef Zelkowicz' Text zu den Räumungen und der darauf folgenden Deportation von fast 16.000 Männern, Frauen und Kindern vor. Nicht so sehr als Chronist denn als mitleidender Erzähler begegnet uns der Autor in diesem zutiefst bewegenden Textfragment.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2016
Andreas Platthaus liest die Aufzeichnungen von Józef Zelkowicz, eines Mitarbeiters an der Chronik des Gettos Lodz/Litzmannstad, mit schwerem Herzen. Aber auch mit Freude über das "literarische Wunder" des die Tage vom 1. bis 6. September 1942 festhaltenen Dokuments, über seine lebendige, bildreiche Sprache. Die drastischen Bilder, mit denen der Autor versucht, das Unfassbare des hier dokumentierten Lodzer Kinder- und Altenmordes zu bannen, zerreißen Platthaus zwar das Herz. Im Gedenken an die Selbstvergewisserung des Autors, der hier laut Rezensent zu einer eigenen, in der polnisch-jiddischen Literatur verwurzelten Sprache findet, scheint ihm die Lektüre jedoch leichter.
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