Aus dem Sephardischen und Spanischen von Tobias Burghardt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.05.2000
Zu den herausragenden Lyrikern Lateinamerikas zählt Gustav Siebenmann den Argentinier jüdischer Abstammung Juan Gelman, der seit der Zeit der Militärdiktatur im mexikanischen Exil lebt. Seit 1986 schreibe Gelman, der Bitteres erlebt hat, Verse von einer "schier unvorstellbaren Zärtlichkeit", zitiert Siebenmann den Dichter Cortázar. Gelman habe sich dafür in die Tradition der aus Spanien im 15. Jahrhundert vertriebenen Sephardim begeben, er hat 29 ein- bis dreistrophige, ungereimte Poeme getextet, die in "altertümelnder" Sprache den Kreislauf der Natur und das "Hohelied der Liebe" preisen. Die Übersetzung von Tobias Burghardt ins Deutsche (die Übertragung ins Spanische besorgte der Autor) arbeite die kleinen Variationen dieser Liedtexte, schreibt Siebenmann, einfühlsam hervor.
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