Eingeleitet, ausgewählt und aus dem mexikanischen Spanisch übersetzt von Elisabeth Siefert, mit 10 Illustrationen von Carlos Pellicer Lopez.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.09.2004
Carlos Pellicer ist eine der Zentralfiguren der lateinamerikanischen Dichtung - oder wie er selbst gesagt hätte, erklärt Rezensent Gustav Siebenmann: der indoamerikanischen Literatur. Denn Pellicer (1897 - 1977) war nicht nur Dichter, sondern auch ein (Kultur-)Politiker, der während der mexikanischen Revolution als Studentenführer und später als politischer Sekretär agierte, zahlreiche Museen gründete, einen Poetik-Lehrstuhl inne hatte und trotzdem Weihnachtslieder dichtete. Kurzum: ein Nationaldichter, der ausgesprochen lebens- und naturbejahend war, wie Siebenmann betont. Pellicers Popularität erklärt sich für den Rezensent eben mit dieser Mischung aus gemäßigten Avantgardismen und Naturnähe, Lebensfreude, Religiosität. Pellicers Naturhymnik erinnert den Rezensenten teilweise an Pablo Nerudas "Canto general". 1997 erschien erstmals eine dreibändige Werkausgabe mit Gedichten Pellicers in Deutschland, berichtet Siebenmann, der Zürcher teamart Verlag hat sich nun an eine zweisprachige Auswahl gewagt. Manchmal scheint mit der Übersetzerin Elisabeth Siefer die Begeisterung für Pellicers Dichtung durchgegangen zu sein, äußert der Rezensent seinen einzigen Vorbehalt, das tue der ohnehin emphatischen Dichtung nicht gut. Das Kernstück der Anthologie "Ode an die Tropen" ist Siefer hingegen ausgezeichnet gelungen, lobt der Rezensent.
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