Antonio Porchia

Voces completas

Gedichte. Argentinisch-Deutsch
Cover: Voces completas
Tropen Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783932170720
Gebunden, 272 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Die erste vollständige und zweisprachige Ausgabe des Gesamtwerks von Antonio Porchia in einem schön gestalteten Hardcover-Band. Mit bisher unveröffentlichten Gedichten und Fotos. Sein poetisches Werk wurde von Schriftstellern wie Andre Breton, Rene Char, Raymond Queneau und Henry Miller verehrt. Miller nahm es in The books of my life auf, während Queneau das Buch in Pour une bibliotheque ideale empfahl. Heute gehören Schriftsteller wie Peter Handke oder Botho Strauß zu seinen Bewunderern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2005

Weltweit zum ersten Mal vollständig seien die "Stimmen" oder Aphorismen Antonio Porchias in dieser Ausgabe wiedergegeben, weiß Rezensent Uwe Stolzmann. 1885 in Neapel geboren habe der Autor in Buenos Aires als Schreiner und Dockarbeiter gelebt, bis er 1968 "fast unbemerkt" gestorben sei. Erst posthum haben Autoren wie Jorge Luis Borges oder Henry Miller ihn als "bedeutenden Dichter" in ihre Reihen aufgenommen. Die Aphorismen bestünden aus "knappen Beobachtungen" auf engstem Raum von "ein, zwei vieldeutigen Sätzen", beschreibt der Rezensent Porchias Stil, und erwähnt in diesem Zusammenhang ein Schwarzweißfoto im Buch, wo das Gesicht eines "kalabrischen Bauern erdwärts ins Bodenlose" blicke. Ein breites Spektrum an Stimmungen macht der Rezensent in den "Stimmen" aus, die er als Selbstanalysen und "Selbstermunterungen" liest. Da sei "Witz", aber auch "Verbitterung", dann plötzlich wieder Porchias "köstlicher" Sarkasmus. Die Qualität vieler Sentenzen liege in ihrer Offenheit, die der Leser erst noch mit einem konkreten Sinn "aufladen" müsse. "Mir sagt, ich sei blind, was ich sehe". Unter den über tausend "Stimmen", limitiert Rezensent Stolzmann sein Lob, seien aber auch viele "allzu pathetisch, allzu sprachverliebt" für den heutigen Geschmack. "Morgen mögen es andere sein."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.08.2005

Die weltweit erste (!) vollständige Werkausgabe des argentinischen Dichters Antonio Porchia feiert Cornelia Jentzsch als "editorisches Ereignis". Der 1968 verstorbene Porchia, der "lakonische Verfertiger blitzartig sich öffnender Abgründe", sei trotz deutscher Übertragung und wiederholten Neuausgaben hierzulande weitgehend unbekannt geblieben. Dabei zählten zu Porchias Verehrern schon Andre Breton und Roger Caillois, wie die Rezensentin mitteilt. Für sie ist Porchia mit seinen meist nicht mehr als drei Sätze umfassenden aphoristischen "Stimmen" ein "Meister des Relativierens", der sich auf die Absolutheit des Augenblicks konzentriert, sie mit der Ewigkeit konfrontiert und mit der daraus resultierenden Spannung arbeitet.
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