Die Europäische Union ist ein in der Geschichte einzigartiger politischer Versuch und - bei allen Schwierigkeiten - ein Modell für friedliche Koexistenz in der Zukunft. Als 1952 der Gründungsvertrag für die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) in Kraft trat, konnte niemand ahnen, welche Tiefe und Breite die Integration in Europa fünfzig Jahre später erreichen würde. Jürgen Elvert skizziert Idee und Vorstellung von Europa von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, um dann den manches Mal mühsamen Weg der europäischen Integration von der Nachkriegszeit bis zur unmittelbaren Gegenwart darzustellen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2007
Klein, aber oho. So der Tenor von Wilfried Loths Einschätzung des Buches von Jürgen Elvert. Was Elvert auf gerade mal 150 Seiten über die europäische Integration aufschreibt, gefällt dem Rezensenten so gut, weil der Autor die Vorgeschichte der EU gebührend zu würdigen weiß und die Offenheit der europäischen Konzeption mit ihren vielfältigen Eigeninitiativen betont. Elverts Blick auf Europa als eines Vielvölkerbundes beeindruckt den Rezensenten durch seine Differenziertheit und Prägnanz, durch die auch die spezifischen Beitrittsgründe der Mitglieder deutlich werden. Die zunächst ungewöhnlich erscheinende Dreiteilung des Bandes in eine Gründungsphase, eine Konsolidierungsphase und eine Phase der "Europäisierung der EU" erscheint Loth sinnvoll in einer Darstellung, die mehr als das "Europa der Sechs" im Blick hat. Die ein oder andere Pauschalisierung im Text lastet Loth der Knappheit der Ausführung an. Um so erstaunlicher erscheinen ihm die "überraschenden Details".
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