Die deutsche Bildungspolitik glänzt durch Kurzatmigkeit und Reformeifer. Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass die Kultusministerien umfangreiche Richtlinien und Erlässe verabschieden und deren prompte Umsetzung einklagen. Gleichbehandlung ist das Zauberwort, die Folgen ihrer Verwirklichung bleiben unreflektiert. Mittlerweile wird das Abitur als Instrument der sozialen Chancenverteilung betrachtet. Damit gerät die Schule unter enormen Erwartungsdruck. Geistlose Interpretationen von Statistiken und internationalen Vergleichen sind ein Indiz für die Orientierungslosigkeit hiesiger Bildungspolitik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.02.2015
Das ganze Elend der Bildungsdebatten erkennt Jens Bisky mit Jürgen Kaube und wird darüber doch nicht zu einem weiteren Reformer. Das Reformieren, scheint es nämlich, ist für den Autor mittlerweile die Ursache allen Übels an deutschen Bildungseinrichtungen. Kaubes Essays über Bologna, Bildungsregeln, Bildungssoziologie und Bildung als Selbstzweck belehren den Rezensenten nicht nur, sondern amüsieren ihn auch. So, wenn Kaube das Paradigma an den Unis als Konfliktvermeidungstool beschreibt. Den Wunsch nach einem etwas distanzierteren Blick auf die Bildung und ihre Misere muss sich der Rezensent allerdings offenbar selbst erfüllen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.02.2015
Harry Nutt hat sich vom FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube durch die Bildungsmisere und ihre Reformagenda führen lassen. Nutt hat seine Freude an den Ausführungen des Autors, da dieser, wie er schreibt, genau beobachtet und süffisant-bitter zu formulieren weiß. Auch wenn Kaube dem Rezensenten kaum Raum für Hoffnung auf einen Abschluss der Reformbemühungen lässt und traurig erkennt, wie sehr Unterrichtsstoff und Inhalte hinter der Schulsituation und dem Ziel einer Berufskarriere ins Hintertreffen geraten, findet Nutt das Buch allemal lesens- und bedenkenswert.
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