An zahlreichen Fallbeispielen beschreibt das Buch die bemerkenswerte Geschichte der Todesstrafe vom "Theater des Schreckens" der Frühen Neuzeit bis zur diskreten und maschinellen Hinrichtung des bürgerlichen Zeitalters, für die exemplarisch die Erfindung der Guillotine steht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.06.2001
Über die Todestrafe sind bereits eine große Anzahl von Abhandlungen publiziert worden. Und doch haben es zwei Autoren geschafft, mit ihren jüngst erschienenen Büchern Aufmerksamkeit zu erregen. Wobei Horst Meier der Abhandlung von Richard J. Evans deutlich mehr Beachtung schenkt als der von Jürgen Martschukat und ersterem auch das größere Lob spendet. 1) Richard J. Evans: "Rituale der Vergeltung. Die Todesstrafe in der deutschen Geschichte 1532-1987" Das Buch des britischen Historikers ist ein Standardwerk, ist sich der Rezensent sicher. Sachlich, aber immer den Menschen im Blick, habe Evans alle nur erdenklichen Aspekte des heiklen Themas Todesstrafe beleuchtet. Und zwar angefangen bei ihrer Einführung im Jahr 1532 durch Kaiser Karl V. bis zu ihrer Abschaffung in der DDR im Jahr 1987. Für Meier ist die Kulturgeschichte von Evans ein "atemberaubendes Panorama", spannend und erhellend erzählt. Einzig Evans' Rekurs auf Norbert Elias, Michel Foucault und Philippe Ariès findet der Rezensent etwas übertrieben. Denn nach seiner Meinung hat "Evans es wirklich nicht nötig, seine Geschichtsschreibung mit einer höheren theoretischen Weihe zu versehen". 2) Jürgen Martschukat: "Inszeniertes Töten. Eine Geschichte der Todesstrafe vom 17. bis zum 19. Jahrhundert" Sehr kurz ist Meiers Besprechung über die Habilitationsschrift des Historikers Jürgen Martschukat ausgefallen. Der habe sich hauptsächlich auf Hamburger Quellen aus dem 18.und 19. Jahrhundert gestützt und nachgezeichnet, wie sich der Übergang der Todesstrafe vom blutigen Schauspiel zum diskreten Verwaltungsakt vollzog, berichtet der Rezensent. Und dabei lasse der Autor deutlich sein Faible für Foucault durchblicken. Von der angestrengt wirkenden Einleitung sollte sich der Leser nicht abschrecken lassen, denn dann folge doch viel Lesenswertes, so die spärliche Auskunft des Rezensenten.
Für Ulrich Brieler ist die Arbeit des Hamburger Historikers die erste produktive Auseinandersetzung mit Foucaults großer Studie "Überwachen und Strafen". Dem "Popanz einer reiner Diskurstheorie" entziehe sich der Autor allerdings, lobt Brieler, der Martschukats Untersuchung der speziellen Beziehung von Staat und Töten in Zeiten von Sterbehilfe, Hirntoden und neuen Seuchen für hochaktuell hält. Der Autor teile die Geschichte des staatlich sanktionierten Totmachens in zwei große Abschnitte, berichtet Brieler: Zu Zeiten des Ancien Régime fand die Hinrichtung zur Abschreckung und Wiederherstellung der Ordnung im öffentlichen Raum statt; später wurde sie daraus verbannt und hatte möglichst sauber, effektiv und "human" zu erfolgen. Martschukats Buch sei sehr viel mehr als eine strafrechts- oder kriminalgeschichtliche Abhandlung, versichert Brieler, da sie tief in den Diskurs um die Todesstrafe einführe und das Selbstverständnis der modernen Gesellschaften thematisiere
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