Jürgen Theobaldy hat eine Sammlung locker verknüpfter Kurzgeschichten, Anekdoten, Berichte und Kürzestnovellen eines namenlosen, in Bern seine Tage zubringenden Ich-Erzählers geschrieben. Aufmerksam für alltägliche, skurrile bis beklemmende Vorfälle in der Bundesstadt, nimmt er auch die höhere Wahrheit des frei Erfundenen, gar Erträumten in Anspruch oder schweift mal auf ferne Kontinente aus, schliesslich geht es nicht um Heimatliteratur.
Für Hans Christoph Buch spiegelt sich in der eidgenössischen Provinz in den hier versammelten Geschichten Jürgen Theobaldys die ganze Welt wider. Als Bilanz von Theobaldys Schreiben strahlen die Texte über dräuende Schweizer Wohlanständigkeit laut Buch "unangestrengte Gelassenheit" aus. Der Reiz dieser Erzählungen lässt sich Buch zufolge nicht leicht auf einen Punkt bringen, aber er liest sie mit Begeisterung, scheinen sie ihm doch ein bisschen von der Kellerschen Novellistik zu enthalten, ein bisschen von der Melancholie eines Robert Walser, ein bisschen Johann Peter Hebel, ein bisschen Krimi, ein bisschen Parabelhaftes. Ein Fazit, eine Moral oder auch nur eine witzige Pointe soll der Leser gar nicht erst in ihnen suchen, rät Buch. Der Leser wird auf sich selbst zurückgeworfen, stellt er fest.
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