Jürgen Todenhöfer

Andy und Marwa

Zwei Kinder und der Krieg
Cover: Andy und Marwa
C. Bertelsmann Verlag, München 2005
ISBN 9783570008591
Gebunden, 189 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Zwei Kinder bezahlen für den Krieg. Marwa, ein Mädchen aus einem Armenviertel Bagdads, ist zwölf Jahre alt, Andy, ein Schüler aus Florida, ist achtzehn, als der Krieg im Irak ihre Träume zerstört. Wie schon in seinem Buch "Wer weint schon um Abdul und Tanaya?" erzählt Jürgen Todenhöfer Weltgeschichte aus Sicht der Opfer. Er verbindet das Leben von Andy und Marwa, die 12.000 Kilometer voneinander entfernt aufwachsen, zu einem Schicksal. Für beide sind die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 noch ein fernes Ereignis. Sie ahnen nicht, dass an diesem Tag die Weichen ihres Lebens neu gestellt werden. Marwa träumt davon, Ärztin zu werden und eines Tages ihre Familie aus dem Elend herauszuholen. Andy hat sich als Reservist bei den Marines verpflichtet, um deren Training mitzumachen und nebenher etwas Geld zu verdienen. Als der Irak-Krieg heraufzieht, wird seine Einheit nach Kuwait verlegt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.08.2005

Ursula März würde Jürgen Todenhöfer ja vorwerfen, in seinem neuen Buch "Andy und Marwa", der Parallelreportage über das Schicksal eines amerikanischen 18-jährigen GIs und einer jungen Irakerin, der durch eine Splitterbombe im gleichen Augenblick, da Andy in seinem Panzerfahrzeug fällt, ein Bein abgerissen wird, die Verfahren des Kitsches zu benutzen. Sie würde behaupten, Todenhöfer, einst im Bundestag Sprecher der CDU/CSU für Entwicklungspolitik, habe es auf Rührseligkeit abgesehen. Sie würde sagen, der Autor wähle für sein Buch "die frontalste, grellste, aber eben auch sentimentalste Form der Anklage gegen den Irrsinn" des Krieges. Ja, sie würde sogar das Buch mit dem Ausruf "Kitsch!" in die Ecke schleudern. Das alles täte Ursula März - wenn, ja wenn die "exakt recherchierten" Begebenheiten nicht wahr wären. Sie will nicht, sagt sie, auf eine "haarspalterische, also überlegene Weise" Recht haben - das wäre falsch, meint sie. Denn: "Da sitzen heute amerikanische und irakische Eltern, die ihre Kinder verloren haben."

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