Wie kann ein nicht-repressives, nachdenkliches und doch sinnliches Üben aussehen? - Wie kann der Körper als Instrument einer reflektierten, werkanalytisch gestützten Interpretation eingesetzt werden? - Wie kann sich der Interpret, körperlich und psychisch, auf die Musik einstellen und ihren Sinnzusammenhang mitvollziehen? - Mannigfaltige Übungsmodelle zeigen die Wegstationen des forschenden Übens und leiten den Interpreten dazu an, sich beim Üben und Spielen in Übereinstimmung zu bringen mit den musikalischen Prozessen der Klangarchitektur und der Gestik der Strukturen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2002
Restlos begeistert zeigt sich Peter Gülke von diesem Übungsbuch, das eine praktisch erfahrene Philosophie der Musik auf höchstem analytischen und pädagogischen Niveau vermittelt. Das Autorenteam habe bereits vor vierzehn Jahren ein Buch vorgelegt, das "Denken und Spielen" hieß, teilt Gülke mit. Das neue schließe, ohne es vorauszusetzen, daran an. Nirgends hat Gülke so kompetente Passagen über die Psychologie wie auch die Physiologie des Übens gefunden, denn dies bezeichnet für ihn die große Leistung des Buches, das es die körperlichen Aspekte mit einbezieht. Üben beziehungsweise spielen wird so zu einer wechselseitigen Beziehung zwischen Instrument und Spieler, so dass der Spielende stets neben der Musik auch sich selbst erkundet, wie Gülke emphatisch schreibt. Im übrigen sei der Text brillant formuliert, auch eine Fundgrube, was musikästhetische Gewährsleute von Adorno bis Goethe anbelange, so Gülke, hervorragend ausgestattet, benutzerfreundlich und mit zahlreichen Notenbeispielen versehen. Auch wenn es der Klaviermusik huldigt und ihr musikpädagogisch einen "fast uneinholbaren Vorsprung" einräume, schreibt Gülke, sei zu hoffen, daß auch die anderen Sparten davon profitierten.
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