Er war Wunderkind und Teufelskerl, Spaßvogel und Arbeitstier. Aber kein Genie, das vom Himmel gefallen ist. Auch an seinem 250. Geburtstag bleibt Wolfgang Amadeus Mozart eine schillernde Figur: Seine Musik begeistert und rührt noch immer, seine Opern bestimmen weltweit Spielpläne, seine Person ermuntert ungebrochen zu den wildesten Spekulationen. Clemens Prokop erzählt die Geschichte eines hochbegabten Komponisten, der sich ein schnelles Leben lang auf der Reise zu sich selbst befindet, der dabei auch von anderen lernt und ihre Inspiration braucht. Unsentimental lichtet der Autor den Wildwuchs von Anekdoten und Analysen, um einen neuen, persönlichen und jungen Blick auf die "Jahrtausendfigur" zu ermöglichen. Clemens Prokop entdeckt dabei einen Spieler, der nicht nur auf Tasten zaubert und mit Musik experimentiert, sondern der Komponieren als intellektuelles Spiel begreift, der mit Worten und mit Billardkugeln jongliert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2005
Nichts für zarte Gemüter sind diese Einblicke ins Leben Mozarts, findet Rezensent Joachim Kaiser - und auch nichts für "grüblerische Pedanten". Dafür eignet es sich aber für potenziell an Mozart Interessierten, die weder mit einem "klammen Verehrungston" als auch mit einem "spezifischen Fachjargon" viel anfangen können. Der Preis für die "frische, flotte" Vermittlung von Informationen ist, dass der Tonfall manchmal doch sehr flapsig wird und den Leser zum "Zusammenzucken" bringen kann, wie Kaiser aus seiner Leseerfahrung berichtet. Doch Unterhaltungswert haben die zusammengetragenen Anekdoten auf jeden Fall.
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