Aus dem Französischen von Cornelia Hasting. Die hübsche Helena wächst auf dem schottischen Landsitz ihrer "Zieheltern" Onkel Sam und Onkel Sib auf, die sich nicht nur eine Schnupftabakdose teilen, sondern auch stets die Sätze des jeweils anderen vollenden. Als Helena achtzehn wird, beschließen die beiden, sie mit dem hochseriösen Gelehrten Aristobulus Ursiclos zu verheiraten, der ihnen als Garant für das Glück ihrer Nichte erscheint. Doch diese fordert Bedenkzeit: Aus der Zeitung hat sie vom "grünen Blitz" erfahren, einem seltenen Naturphänomen, das nur an besonders klaren Tagen bei Sonnenuntergang am Meer beobachtet werden kann. Wer den grünen Blitz gesehen hat, wird sich, so besagt die Legende, in Gefühlsdingen nicht täuschen. Mit ihren Onkeln und deren Wunschkandidat im Schlepptau begibt sich Helena auf eine Reise entlang von Schottlands Westküste, auf der Suche nach dem grünen Blitz und der großen Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.12.2013
Jules Verne hat nur einen einzigen Liebesroman geschrieben, der dann weitgehend in Vergessenheit geriet, sodass seine Verfilmung schon gar nicht mehr mit dem Autor in Verbindung gebracht wurde, weiß Kristina Maidt-Zinke. "Der grüne Blitz" heißt das Buch, benannt nach einem meteorologischen Phänomen, das an sehr klaren Tagen auf dem Meer zu beobachten ist, ein kurzes, grünes Aufleuchten nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, erklärt die Rezensentin. Für sein Buch hat Verne dem Ereignis einen Mythos angedichtet: wer den grünen Blitz erblickt, kann "in seinem eigenen Herzen und dem der anderen lesen", zitiert Maidt-Zinke. Im Roman macht sich dann eine junge schottische Frau mit ihren Ziehvätern auf die Suche nach besagtem Blitz, um ihre wahre Liebe erkennen zu können, fasst die Rezensentin zusammen. Die neue Übersetzung von Cornelia Hasting gefällt Maidt-Zinke genauso hervorragend wie die der Erstausgabe übernommenen Illustrationen.
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